26. Juli 2019

Wir suchen Verstärkung für unser Verlagskollektiv in Münster zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Wir suchen eine Person, die alle oder einige der folgenden Voraussetzungen mitbringt:
Lust auf das Arbeiten im Kollektiv
Erfahrungen im Verlagswesen und/oder mit linken Medien
Interesse an/Kenntnisse in den Themenbereichen e-book und Wissenschaftspublikationen
Erfahrungen im Berufsalltag, idealerweise im Büro
Verständnis von betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen
Kenntnisse in der Websitebetreuung und mit Büroprogrammen
Lust auf das Entwickeln neuer Buchreihen und Formate
Sensibilität für Privilegien, Diskriminierungen und Machtstrukturen
Erfahrungen mit Marketing (Newsletter, Social Media, etc.)
Erfahrungen mit und Freude an Technikkram

Wir bieten:
eine 20-25h/Woche – Stelle mit flexiblen/selbst bestimmten Arbeitszeiten
selbstständiges Arbeiten
politische, kreative, kollektive und abwechslungsreiche Arbeit
lange Plena mit spannenden Diskussionen
einen schönen Arbeitsplatz, den wir uns mit dem Kollektiv „roots of compassion“ teilen
einen wertschätzenden Umgang

Die Stelle ist zunächst für ein Jahr befristet.

Bewerbungsschreiben und Lebenslauf bitte bis zum 30.09.2019 als PDF an bewerbung@edition-assemblage.de
Schreib dort auch gerne, welche Bedürfnisse du in punkto Barrierefreiheit hast. Dann können wir uns direkt darüber austauschen und gemeinsam schauen was möglich ist.
Bewerbungen von BIPOC, Menschen mit Behinderung und FLINT Personen werden bei gleicher Eignung bevorzugt.

Wir, die edition assemblage, sind ein sehr aktives und noch junges, linkes Verlagskollektiv. Mit unserer Arbeit kämpfen wir dafür, dass sich gesellschaftlich – auch in der Linken, auch anarchistisch, kommunistisch und poststrukturalistisch – ganz grundlegend mit Themen wie Queerfeminismus, Antirassismus, Antisemitismus, Antifaschismus, Ableismus, Klassismus und Antikapitalismus auseinandergesetzt wird. Mehr Infos zu uns findest du unter: https://www.edition-assemblage.de/

PDF der Ausschreibung


Sharon Dodua Otoo

1. Juli 2019

[Presseinfos]

Wir gratulieren unsere Autorin zum Gewinn des Ingeborg-Bachmann-Preises 2016!

© 2014 Ralf Steinberger (Autorinfotos in Druckqualität hier und hier)

“Die Nominierung ist auch eine Wertschätzung für den bislang im deutschsprachigem Literaturbetrieb noch ungewöhnlichen Weg des Verlages, tatsächliche Expert*innen gesellschaftlicher Widersprüche und Herausforderungen auf hohem Niveau literarisch zu Wort kommen zu lassen” Willi Bischof, edition assemblage (Mai 2016).

Von der edition assemblage freuen wir uns sehr, dass mit der Auszeichnung des mit 25.000 Euro dotierten Ingeborg-Bachmann-Preises für Sharon Dodua Otoo eine wichtige Perspektive unserer Verlagsarbeit eine derart große und breite Bühne erfährt.  Herzlich gratulieren wir Sharon, sowie den weiteren preistragenden Dieter Zwicky (Kelag-Preis), Julia Wolf (3Sat-Preis) und Stefanie Sargnagel (Publikumspreis).

Medienanfragen bitte an: bookings@sharonotoo.com
Alle Lesungen und weitere Veranstaltungen: Termine von Sharon Dodua Otoo
Bücher bestellen: Bücher von Sharon Dodua Otoo

 

Pressespiegel: Ingeborg-Bachmann-Preis 2016 (Auswahl)

Sharon Dodua Otoo nahm 2016 am „40. Tagen der deutschsprachigen Literatur“ in Klagenfurt teil.  Vierzehn teilnehmenden Autor*innen sind für den renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis nominiert worden. Am 3. Juli wurde der Preis an Sharon Dodua Otoo für den Beitrag „Herr Gröttrup setzt sich hin“ vergeben. Der Ingeborg-Bachmann-Preis gilt als eine der wichtigsten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Eingeladen wurde Sharon Dodua Otoo von der FAZ-Redakteurin Sandra Kegel.

„Wir können sprachlich viel mutiger sein – noch bin ich ganz zahm“. Interview mit Marie-Sophie Adeoso. 15. Juli 2015. Frankfurter Rundschau (FR).
Black British writer wins major German-language fiction award. Philip Oltermann. 12. Juli 2016. The Guardian, London.
* “Wer will schon ein Ei sein?” Porträt. Von Elisa von Hof. 8. Juli 2016. Morgenpost, Berlin.
Eine Cinderella-Story. Sharon Dodua Otoo im Interview mit Holger Heimann. 5. Juli 2016. boersenblatt.net.
Mehr als nur ein Ei. Kommentar von Kathrin Gottschalk. 4. Juli 201t. die tageszeitung (taz), Berlin.
Ein Weichei macht Geschichte. Von Roman Bucheli. 4. Juli 2017. Neue Zücher Zeitung (NZZ)..
Deutsche Geschichte mit leichter Hand erzählt. Von Kolja Mensing. 3. Juli 2016. Deutschlandradio Kulur.
Kritiker schwärmen von Otoos Frühstücksei. Pressestimmen. Von Tobias Wenzel. 3. Juli 2016. Deutschlandradio Kulur.
Klagenfurt kreißt und legt ein Ei. Von Tilman Spreckelsen. 3. Juli 2016. Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ).
Manchmal wache ich auf und denke: Heute bin ich ein Ei. Von Jürgen Kaube. 5. Juli 2016. Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ).
Kulturzeit-Gespräch mit Sharon Dodua Otoo. Kulturzeit. 6. Juli 2016. 3Sat
‘As a Black person in a white society, I can have an impact,’ says author Sharon Dodua Otoo. Interview with Courtney Tenz. 6. Juli 2016. Deutsche Welle (DW)

Links:

 

Ausführliche Informationen über Sharon Dodua Otoo

Sharon Dodua Otoo, geboren 1972 in London, ist ghanaisch-britische Mutter, Aktivistin, Autorin und Herausgeberin der in edition assemblage erscheinenden, englischsprachigen Buchreihe „Witnessed“. Sie veröffentlichte ihre erste Novelle mit dem Titel „the things i am thinking while smiling politely“ in 2012. Die deutschsprachige Übersetzung „die dinge, die ich denke, während ich höflich lächle“ erschien 2013 ebenfalls, wie alle ihre Bücher, beim Verlag edition assemblage. Ihre jüngste Novelle „Synchronicity“ wurde 2014 auf Deutsch und 2015 auf Englisch veröffentlicht. Sharon lebt, lacht und arbeitet in Berlin.

Ihr kreatives Schreiben ist vom Magischen Realismus und Afrofuturismus geprägt. Wiederkehrende Themen sind Empowerment, Beziehungen und Identitätsverwandlungen.

Arbeit als Publizistin:
Sharon Dodua Otoo ist Herausgeberin der Reihe „Witnessed“ Bislang sind fünf Bücher in der Reihe erschienen.
Von ihr erscheinen Artikel und Kommentare u.a. in Missy Magazine, an.schläge, ak analye & kritik, dem Tagesspiegel und African Courier.

Arbeit als Kuratorin/Ausstellerin:
Sharon Dodua Otoo ist Kuratorin der Ausstellung „Daima. Images of Women of Colour in Germany“.

Arbeit als Aktivistin:
Sharon Dodua Otoo ist Mitglied von Phoenix e.V. und der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD-Bund) e.V. und war in den Jahren 2010-2013 im ISD-Vorstand aktiv.

Arbeit als Autorin und Herausgeberin:
Novellen
* Otoo, Sharon Dodua (2015) Synchronicity. The Original Story. (Münster: Edition Assemblage)
* Otoo, Sharon Dodua (2014) Synchronicity (Münster: Edition Assemblage) (Aus dem englischen von Mirjam Nuenning).
* Otoo, Sharon Dodua (2013) die dinge, die ich denke während ich höflich lächle (Münster: Edition Assemblage) (Aus dem englischen von Mirjam Nuenning).
* Otoo, Sharon Dodua (2012) the things i am thinking while smiling politely (Münster: Edition Assemblage)

Herausgebene Bücher
* Burnley, Clementine und Otoo, Sharon Dodua (Hrsg.) (2015) Winter Shorts (Münster: Edition Assemblage)
* Micossé-Aikins, Sandrine und Otoo, Sharon Dodua (Hrsg.) (2012) The Little Book of Big Visions. How to be an Artist and Revolutionize the World (Münster: Edition Assemblage)

Kurzgeschichten
* Byakuleka, Bino Byansi und Otoo, Sharon Dodua (2015) “The Romantics and the Criminals” in Burnley, Clementine und Otoo, Sharon Dodua (Hrsg.) Winter Shorts (Münster: Edition Assemblage), S.37-44
* Otoo, Sharon Dodua (2015) “Whtnacig Pnait (Watching Paint)” in Burnley, Clementine und Otoo, Sharon Dodua (Hrsg.) Winter Shorts (Münster: Edition Assemblage), S.67-78
* Anon. (2015) “Ask Auntie D” in Koepsell, Philipp Khabo (Hg.) The Afropean Contemporary: Literatur- und Gesellschaftsmagazin (Berlin: epubli GmbH)
* Otoo, Sharon Dodua Otoo (2015) „Wie bei den Pinguinen“ in Hervé, Florence und Stitz, Melanie (Hrsg.) Wir Frauen 2015 (Köln: PapyRossa Verlag)
* Otoo, Sharon Dodua (2011) „Die Geschichte vom Kreis und Viereck“ in Susan Arndt und Nadja Ofuatey-Alazard (Hrsg.) (K)Erben des Kolonialismus im Wissenschaftsarchiv deutsche Sprache (UNRAST Verlag, 2011) S.378

Wissenschaftliche Artikel in Büchern
* Otoo, Sharon Dodua (2016) ‘ “The Speaker is Using the N-Word”: A Transnational Comparison (Germany-Great Britain) of Resistance to Racism in Everyday Language’ in Fereidooni, Karim und El, Meral (Hrsg.) Rassismuskritik und Widerstandsformen. (Inter)national vergleichende Formen von Rassimus und Widerstand (Wiesbaden: Springer VS)
* Otoo, Sharon Dodua (2012) “Reclaiming Innocence: Unmasking Representations of Whiteness in German Theatre” in Micossé-Aikins, Sandrine und Otoo, Sharon Dodua (Hrsg.) The Little Book of Big Visions. How to be an Artist and Revolutionize the World (Münster: Edition Assemblage), S.54-70

Artikel in Zeitungen / Zeitschriften (Auswahl)
* Otoo, Sharon Dodua (2015) „Audre Lorde. Schwarze, Lesbe, Mutter, Kriegerin, Poetin“ Der Tagesspiegel (http://www.tagesspiegel.de/wissen/audre-lorde-schwarze-lesbe-mutter-kriegerin-poetin/11328810.html)
* Otoo, Sharon Dodua (2013) „Wer hat die Definitionsmacht? Durch die Wahl unserer Worte verändern wir die Realität“ in: Critical Whiteness. Debatte um antirassistische Politik und nicht diskriminierende Sprache. Analyse und Kritik. Sonderbeilage (https://www.akweb.de/ak_s/ak593/images/sonderbeilage_cw.pdf), S.24-5
* Otoo, Sharon Dodua (2013) „Teilen“ in: taz. die tageszeitung (Hrsg.) Mini Utopien. Das Wörterbuch zum taz-Kongress (Zürich: Edition Rokfor) S.81-2

Reihe „Witnessed“:
In der englischsprachigen Buchreihe sind bislang erschienen:
* Clementine Burnley & Sharon Dodua Otoo (eds.): Winter Shorts. Series: Witnessed, Edition 5, October 2015
* Amy Evans: The Most Unsatisfied Town. Series: Witnessed, Edition 4, January 2015
* Nzitu Mawakha: Daima. Series: Witnessed, Edition 3, November 2013
* Olumide Popoola: Also by Mail. Series: Witnessed, Edition 2, February 2013
* Sandrine Micossé-Aikins & Sharon Dodua Otoo (eds.): The Little Book of Big Visions. How to Be an Artist and Revolutionize the World. Series: Witnessed, Edition 1, October 2012

Interviews:
Witnessed. An Interview with Editor Sharon Dodua Otoo. Young Germany (auf englisch), November 2015.
Es lohnt sich immer, genauer hinzuschauen. bookfair-Zeitung Nr. 03/14. Oktober 2014
Frauen in Deutschland. Sie sind nicht nur weiß. Migazin, Februar 2014
Author Review. AIM Magazine (auf englisch), April 2012, pp 24-5

Stand: 13.08.16


4. Juni 2019

LIEBE, SOLIDARITÄT UND RÜCKENWIND!

 

edition assemblage Crowdfunding

Danke ihr Lieben!
Wir haben viel mehr von euch bekommen als die unglaublichen 9. 361 €, soviel Aufmerksamkeit, Solidarität und Liebe. Wir freuen uns euch möglichst viel davon wieder zurückzugeben.

 

#ASSEMBLAGEMITRÜCKENWIND

 


Unsere Neuerscheinungen (Stand 04.06.2019):

Cover von Tamer Düzyols und Taudy Pathmanathans HAYMATLOS

Tamer Düzyol & Taudy Pathmanathan (Hg.)

HAYMATLOS
Gedichte

Broschur | 100*180mm
224 Seiten | 14,80€
978-3-96042-050-7 | 2-112
Oktober 2018


Cover von Hannah C. Rosenblatts aufgeschrieben

Hannah C. Rosenblatt

aufgeschrieben

Hardcover | 120*180mm
96 Seiten | 15.00€
978-3-96042-053-8 | 1-110
März 2019


Cover von Esto Maders, Cora Schmechels, Kim Kawalskas und Alex Steinwegs Gegendiagnose II

Esto Mader, Cora Schmechel, Kim Kawalska, Alex Steinweg (Hg.)

Gegendiagnose II
Beiträge zur radikalen Kritik an Psychologie und Psychatrie

Broschur | 140*205mm
288 Seiten | 19,80€
978-396042-063-7 | 2-973
Mai 2019


Cover von Sebastian Kaspers SPONTIS

Sebastian Kasper

SPONTIS
Eine Geschichte antiautoritärer Linker im roten Jahrzehnt

Broschur | 140*205mm
256 Seiten | 14€
978-3-96042-049-1 | 2-973
Dezember 2018


Cover von Céline Barrys Toubabesse

Céline Barry

Toubabesse
Wie Bildung Frauen koloniale Macht verleiht. Alltagssoziologische Analysen aus Dakar, Berlin und Dazwischen

Broschur | 140*205mm
312 Seiten | 18.00€
978-3-96042-052-1 | 2-973
Mai 2019


18. Mai 2019

Unsere neue Vorschau für das Hebst 2019 ist da! Ihr findet sie im Buchladen eures Vertrauens, hier drunter als PDF [hier] und alle neuen Titel auch weiter unten!



Esto Mader, Cora Schmechel, Kim Kawalska, Alex Steinweg (Hg.)
Gegendiagnose II
Beiträge zur radikalen Kritik an Psychologie und Psychiatrie
Broschur | 140*205mm
288 Seiten | 19,80€
978-396042-063-7 | 2-973
Mai 2019

Lou Conradi
Baby Butch
Roman
Broschur | 140*205mm
ca. 242 Seiten | ca. 14.80€
978-396042-070-5 | 2-110
Oktober 2019

FaulenzA
Reclaim the Stage!
Meine Lieder, Gedichte und Geschichten
Broschur | 140*205mm
ca. 160 Seiten | ca. 14,80€
978-396042-069-9 | 2-973
Juni 2019

Lea Dickopf
Positive Mutterschaft
Vom Alltag mit Kind und HIV
Broschur | 140*205mm
ca. 112 Seiten | ca. 12,80€
978-3-96042-064-4 | 2-973
ca. Juli 2019

http://www.edition-assemblage.de/wordpress/wp-content/uploads/2018/12/Bulk_Bild_web.jpg“ alt=““ />

Ika Elvau
Identitätskrise 2.0 oder eine Analyse meiner linken DNA
Neues aus dem Tagebuch eines Hermaphroditen
Paperback | 110×180 mm
ca. 160 Seiten | ca. 14.80€
978-3-96042-072-9 | WG 110
ca. Oktober 2019

Riot Skirts (Hg.)
Queerfeministischer Taschenkalender 2020
Broschur | 110*180 mm
ca. 96 Seiten | 7,80 Euro
ISBN 978-3-96042-059-0 | WG 7-973
Neuerscheinung: September 2019


Kampf um Rojava, Kampf um die Türkei

31. Januar 2019

Pressemitteilung
Kampf um Rojava, Kampf um die Türkei
Buchveröffentlichung – Veranstaltungen
[Februar 2019 | Münster/Berlin/Duisburg]

[PDF]

Am 7. Februar erscheint in der edition assemblage der Sammelband:

Ismail Küpeli (Hg.)

Kampf um Rojava, Kampf um die Türkei

128 Seiten | 7.80€ | 978-3-96042-051-4 – edition assemblage

Vor fast genau einem Jahr, am 20. Januar 2018, begann der türkische Angriffskrieg gegen Afrin / Rojava und damit eskalierte die Vorgehensweise der Türkei gegen das selbstverwaltete und multiethnische Rojava-Projekt in Nordsyrien. Die Türkei verfolgt seit der Etablierung von Rojava eine feindselige Politik, die darauf zielt, Rojava zu zerschlagen oder zumindest zu schwächen. So hat die Türkei von Anbeginn die türkisch-syrische Grenze dichtgemacht und lässt nicht einmal humanitäre Hilfen nach Rojava passieren. Die Türkei setzt bei ihrer feindlichen Politik aber schon länger nicht allein auf die Grenzblockade. Islamistische und jihadistische Gruppen, die bereit waren gegen Rojava zu kämpfen, wurden und werden von der Türkei mit Waffen, Geld und Rückzugsräumen in der Türkei unterstützt. Selbst der „Islamische Staat“ konnte jahrelang recht ungestört über die Türkei Waffen, Kämpfer und Geld nach Syrien bringen. Dies ist nicht anders zu erklären als durch eine aktive Duldung der Türkei, die den IS lange als ein Werkzeug zur Bekämpfung Rojavas angesehen hat. Als der IS nach seinen Niederlagen in Syrien und im Irak an Schlagkraft verloren hatte und erkennbar war, dass andere islamistische und jihadistische Gruppen Rojava ebenfalls nicht ernsthaft gefährden konnten, musste die Türkei direkter vorgehen und mit der eigenen Armee Rojava angreifen.

Der Krieg gegen Afrin scheint indes nur die erste Stufe eines größeren Angriffs auf Rojava zu sein. Die Türkei versucht für einen neuen Angriff die Unterstützung oder zumindest Duldung der beiden Großmächte USA und Russland zu sichern. Der Afrin-Krieg war damals möglich geworden, weil die USA und Russland dies zuließen – und heute droht ähnliches im Bezug auf die übrigen Regionen von Rojava. Um die türkische Politik gegen Rojava adäquat einzuordnen und zu verstehen, müssen wir die Perspektive räumlich und historisch weiten. Im aktuellen Sammelband „Kampf um Rojava, Kampf um die Türkei“ wollen dies leisten. Rosa Burç, Meral Çınar, Axel Gehring, Alp Kayserilioğlu, Ismail Küpeli, Kerem Schamberger, Mahir Tokatlı und Michael Wilk richten mit ihren Beiträgen den Blick auf Zusammenhänge, die in der öffentlichen Debatte unterbelichtet bleiben. So werden sowohl die politischen als auch gesellschaftlichen Entwicklungen in der Türkei analysiert, wozu selbstverständlich auch eine intensive Debatte um die Frauenbewegung in der Türkei gehört. Ausgehend von der zentralen Bedeutung der „Kurdenfrage“ gerät dann die Perspektive auf die anderen Seite der nationalstaatlichen Grenzen, nach Rojava. Hier fragen wir einerseits danach, ob Rojava eine Alternative zum Nationalstaat darstellt, und andererseits betrachten wir die Folgen des Afrin-Krieges sowohl für Rojava als auch für die Türkei selbst.

Die Publikation schließt mit einen Beitrag von Michael Wilk der davon berichtet, was der Krieg gegen Afrin ganz konkret für die Menschen dort bedeutet, nämlich Tod, Zerstörung und Vertreibung. Unter Bombenhagel versuchten Helfer_innen, wie etwa von Heyva Sor („Kurdischer Roter Halbmond“), Zivilist_innen zu behandeln und untersützen und wurden vielfach selbst zu den Opfer des türkischen Angriffskrieges. Derzeit droht eine weitere türkische Offensive gegen Rojava und so könnte sich das, was in Afrin geschah, auch in den anderen Teilen Rojavas wiederholen. Es gilt das zu verhindern.

Aus dem Inhalt:

Ismail Küpeli: Kampf um Rojava, Kampf um die Türkei: Vorwort

Ismail Küpeli: Hauptsache die Kurd_innen verlieren: Die türkische Nahostpolitik

Rosa Burç: Demokratische Autonomie: Staatenlos regieren als gesellschaftliche Alternative zum Nationalstaat in Nordsyrien und der Türkei

Kerem Schamberger: »Wir sind die Freie Presse« – Journalismus, Rojava und der Kampf um Afrin

Mahir Tokatlı: Präsidentialismus alla Turca und kurdophobe Aspekte des Weges dorthin

Meral Çınar: Der Aufschwung der Frauenbewegung in der Türkei

Axel Gehring: Afrin und die Krise der AKP. Zur Geopolitik des innertürkischen Burgfriedens

Alp Kayserilioğlu: Sieg der Diktatur? Die Türkei nach der Afrin-Invasion und den Wahlen 2018

Michael Wilk: Rojava – die türkische Invasion in Afrin

Veranstaltungen:

Die Termine der Veranstaltungsrundreise in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung:

14. März 19:00 Berlin Rosa Burç / Berivan Aslan
Rosa-Luxemburg-Stiftung, Franz-Mehring-Platz 1 10243 Berlin

4. April 19:30 Bremen Mahir Tokatlı / Münevver Azizoğlu Bazan
Kulturzentrum Kukoon, Buntentorsteinweg 29, 28201 Bremen

8. April 20:00 Frankfurt Mahir Tokatlı / Anita Starosta
medico international, Lindleystr. 15, 60314 Frankfurt am Main

11. April 18:00 Saarbrücken Axel Gehring / Anita Starosta
Peter-Imandt-Gesellschaft, Futterstraße 17-19, 66111 Saarbrücken

12. April 18:00 Kiel Ismail Küpeli / Anja Flach
Uni Kiel, Christian-Albrechts-Platz 4, 24118 Kiel (konkreter Raum noch nicht bekannt)

15. April 19:00 Erfurt Alp Kayserilioğlu / Evrim Sommer
RedRoXX, Pilse 29, 99084 Erfurt

16. April 19:30 Hamburg Mahir Tokatlı / Anja Flach
Centro Sociale, Sternstraße 2, 20357 Hamburg

17. April 18:00 Cottbus Alp Kayserilioğlu / Nelli Tügel
quasiMONO, Erich-Weinert-Str. 2, 03046 Cottbus/Chóśebuz


17. Januar 2018

Ihr lieben,

Endlich ist es soweit. Wir gehen mit einer neuen Website an den Start. Schon lange hören wir eure Kritik, dass unsere Website völlig unübersichtlich ist – jetzt gibt es endlich eine Lösung!

Die Website ist frisch aus dem Ofen deswegen kann es sein, dass es noch nicht funktionierende Links oder andere Komischheiten gibt. Auch diesmal freuen wir uns wieder auf euer aktives Feedback – wir machen das auch zum ersten Mal!

Unter Bücher könnt ihr euch nun besser unsere Bücher sortieren lassen (eeeeeendlich.) Außerdem haben wir bessere Informationen für diejenigen von euch eingeplegt, die Lust haben auf Mitarbeit! Das atemberaubende neue Design müssen wir wohl nicht mehr erwähnen *zwinker*

Die Website ist jetzt auf Stand 1.0 – wir haben noch einige Verbesserungen vorzunehmen. Also checkt regelmäßig für neuen Content!

Um noch besser informiert zu sein folgt uns doch auf Twitter, Insta oder Facebook!

Und jetzt viel Spaß!


Bevor Linke Gespenster umgehen lassen,

22. Juli 2009

wird nicht immer so nachdrücklich über dessen Namen spekuliert wie im Fall von Marwa El-Sherbini.
Nach mittlerweile drei Wochen ist allmählich auch in den letzten Ecken bekannt geworden, dass es sich hierbei um mehr als nur einen spektakulären Fall handelt, in dem ein juristischer Rachemord in öffentlichen Räumen des Deutschen Staates begangen wird. Es war ein rassistischer Mord an einer arabischen Frau, die der Täter schon ein Jahr zuvor rassistisch beleidigt und dabei direkte Bezüge zu ihrem – am Kopftuch offenbar erkennbaren – muslimischen Glauben gemacht hatte. Zuletzt im Gerichtssaal macht er der Migrantin verbal deutlich, dass, wenn die NPD erstmal an der Macht ist, Schluss mit der Migration sei. Was hätte sie überhaupt hier verloren (vgl. http://www.zeit.de/2009/30/Islamophobie)? Sie wehrt sich schon seit einem Jahr juristisch und kämpft im Sinne des Antidiskriminierungsgesetzes um eine angemessene Bestrafung des Täters. Bekanntlich geschieht dies nur in den seltensten Fällen. Die Kämpfe gegen Rassismus und Rassismen im Alltag setzen sich zwischen und innerhalb subalterner Klassen eher fernab von bürgerlichen Verhandlungskonformitäten und staatlichen Gesetzlichkeiten durch. So wehren sich Migrantinnen und Migranten auch den Bedingungen entsprechend auf eine spezifische Art und Weise. Daher sind viel mehr Menschen, die als nicht mehrheitsdeutsch auffällig werden, alltäglichen Rassismen im Alltag und in Institutionen ausgesetzt als dokumentiert wird. Weitaus weniger Menschen werden allerdings während eines Mordgeschehens in einem Gericht, den etwa ihr Mann zu verhindern versuchte, selber wegen den augenscheinlichen Migrationshintergründen von der polizeilichen Staatsgewalt fälschlicherweise angeschossen. Die Details wie auch der Rest der Geschichte sind bekannt.
Die Medien verhalten sich zunächst distanziert. Es heißt, dass ein so genannter Russlanddeutscher eine junge Araberin ermodert hat. Der Kampf der Kulturen auf “deutschem Boden“ als Ausschlussverfahren aus einem funktional tüchtigen, sich quasi aus sich selbst heraus reproduzierendem deutschen Gesellschaftskorpus scheint zunächst geeignet. Schnell wird ein Ethnisierungsprozess von den Massenmedien eingesetzt, der den politischen Gehalt der rassistischen Tat zu verdecken versucht. Dass es keine Rassen, rassische Merkmale oder Ethnien an sich gibt, sondern Rassismus als soziales Verhältnis innerhalb spezifischer Konjunkturen und politischer Ethnisierungsprozesse durchzusetzen versucht wird, zeigt sich hier besonders deutlich. „Deutschland“ bemüht sich krampfhaft, den Täter semiotisch abzuschieben. Der nach völkisch institutionellem Recht deutsche Staatsbürger sieht in den Medien prompt weniger deutsch aus. Politisch betrachtet erscheint die sehr umstrittene vom Think tank, Berliner Institut für Bevölkerung und Entwicklung, durchgeführte Bestandsaufnahme von Integration heute im Anschluss an den Nazimord mit Blick auf die nationalen Anstrengungen das Deutsch-Sein zu rehabilitieren, besonders hämisch (http://www.berlin-institut.org/fileadmin/user_upload/Zuwanderung/Integration_RZ_online.pdf),. In der Studie „Ungenutzte Potentiale“, in der erstmals einzelne migrantische Gruppen mit ethnisierenden Definitionsmechanismen und artifiziellen Legitimierungsprozessen separiert und der Stand ihrer „Integration“ anscheinend geprüft wird, heißt es, dass die große Gruppe der Aussiedler gute Integrationswerte aufweise und sich aktiv um die Integration in die deutsche Gesellschaft bemühe (vgl. http://www.berlin-institut.org/fileadmin/user_upload/Zuwanderung/Integration_RZ_online.pdf).
Von Bedeutung ist das politische und gesellschaftliche Interesse der Herrschenden daran, rechte Ideologie in diesem Fall zu „entdeutschen“. Vor diesem Hintergrund stellt sich für die unter den hiesigen Verhältnissen agierende – und gleichwohl sehr heterogene – Linke und ihrer Praxis die zentrale Frage, wieso sie von dieser inflationären Politik derart betroffen und beeindruckt ist, denn so richtig demonstriert, gemahnt und Politik gemacht, hat einfach niemand. Das ist dem Übergriff spezifisch und es sollte im Zusammenhang zum Mord mindestens genauso darüber nachgedacht werden. Die Ereignisse gilt es nun zu politisieren, denn unabwendbar waren die letzten drei Wochen auch Ausdruck der politischen Misere – oder diplomatischer – der Krise linker Gruppen und ihrem politischen Verhalten zu herrschenden rassistischen Verhältnissen. Die willensstarke Demo gegen Nazis am 18. Juli in Berlin, deren Anlass der gewalttätige Mordversuch von vier Neonazis an einem linken Aktivisten war, und auch die vielen spontanen und dynamischen Aktivitäten in der Mobilisierungswoche sind ein starkes Signal gegen Rechts. Im selben Moment spitzt sich das Problem des Antirassismus und Rassismus als Orte von Kritik und Praxis in Germany allerdings mit besonderer Vehemenz deutlich zu, auch wenn breite Teile der Linken den Nazimord an einer Araberin ähnlich wie die Mitte der Gesellschaft lieber verdrängt haben, was geneigte Beobachtende auch als zurückhaltende Reserviertheit bezeichnen können. Schließlich hat irgendetwas an dem Mord nicht gepasst und bevor mensch etwas Kritisierbares tut und sagt, sagt mensch in linken Kreisen bekanntlich ja lieber gar nichts.
Irgendwann kam die Nachricht ja dann doch mit aller Wucht hier an, und zwar erst mit der religiös verdichteten Aneignung des Themas von der ägyptischen, der iranischen und anderen Regierungen im Orient. Die islamische Hetze wiederum, die die Menschen in Ägypten in Forderungen etwa wie „Deutschland muss sterben“ formulierten, wurde hier schnell thematisiert. Der Mord eines Nazis an einer Migrantin, ja sogar an einer Frau, die mehr oder weniger bewusst feministisch und antirassistisch vor Gericht gekämpft hatte, nach wie vor weniger. Die religiöse Beschlagnahmung eines rassistischen Mordes hat insbesondere auch durch das Ausbleiben von kritischen Aneignungs- und Politisierungsversuchen die Überhand gewonnen, was in Zeiten einer allgemeinen „Verreligiösierung“ der Gesellschaften für emanzipative Entwicklungen gewiss kein Fundament bietet. Zu befürchten sind Rückschläge, die sich möglicherweise in einem Erstarken von rassistischen und antisemitischen Übergriffen wie auch staatlichen Kriminalisierungen von Migrantinnen und Migranten in Deutschland ausdrücken. Dass nicht nur der Osten, der Balkan, sondern auch die USA trotz change, Frankreich mit saint Sarko und auch Deutschland neue Konjunkturen der Symbiose zwischen Nationalismus und christlicher Nächstenliebe mit Nachdruck einzuläuten versuchen, sollte einer kritischen Analyse von Nationalismus, die sich im Zuge der neuen internationalen Verhältnisse reorganisiert, nicht entgangen sein. Hierbei werden auch neue Konjunkturen des Rassismus durchgesetzt. Und wenn die Opfer eines islamfeindlichen, rechten Rassismus religiöse Opfer sind, derer mensch sich nur am Rande und nur zögerlich annimmt, dann stehen wir wahrscheinlich vor einer neuen Geschichtsetappe, deren weiße und eurozentrische Klassenfarbe sich ein weiteres Mal distinguieren kann.
Vor dem Hintergrund des Mordes an Marwa El-Sherbini hätte die Linke ein linkes antinationales und antirassistisches Gespenst umgehen lassen können!

Ceren Türkmen, Berlin – Im Juli 2009

Siehe auch Rassismus in der Leistungsgesellschaft