Am 2. Oktober wird der Internationale Tag der Gewaltlosigkeit begangen.
Für uns ist das auch ein Anlass, genauer auf Protest zu schauen. Denn Protest und Widerstand bestehen aus sehr unterschiedlichen Praktiken. Nicht jede politische Aktion ist gewaltfrei, und nicht jede Form des Widerstands lässt sich unter denselben Begriff fassen.
Ein Wörterbuch des Protests
P wie Protest. Ein Widerstandswörterbuch in Bildern, herausgegeben von Anna Sabel und dem Verband binationaler Familien und Partnerschaften, versammelt 32 Protestformen.
Dazu gehören Boykott, Schweigemarsch und Lichterkette. Die einzelnen Begriffe werden mit konkreten historischen und gegenwärtigen Protestgeschichten verbunden – unter anderem mit antikolonialem Widerstand, Protest gegen rassistische Gewalt und migrantischer Selbstorganisierung.
Das Buch macht damit auch für jüngere Leser*innen sichtbar, wie vielfältig Protest sein kann.
Wann wird Regelbruch politisch?
Ungehorsam! Disobedience!, herausgegeben von Andreas Kahrs, Lea Steinert und Friedrich Burschel, beschäftigt sich mit Theorie und Praxis kollektiver Regelverstöße.
Die Beiträge fragen nach Begründungen und Streitpunkten rund um zivilen Ungehorsam und danach, welche politischen Praktiken überhaupt unter diesem Begriff verstanden werden.
Wie werden politische Aktionen bewertet?
Zur Theorie politischer Aktionen von Christiane Leidinger nähert sich dem Thema aus der Protest- und Bewegungsforschung.
Umzingelung, Sabotage, Kiss-in, Sternmarsch oder Besetzung: Das Buch untersucht, wie solche Handlungen beschrieben und klassifiziert werden – und aus welcher Perspektive diese Bewertungen entstehen.
Diese Bücher geben keine gemeinsame Anleitung für „richtigen“ Protest.
Sie laden dazu ein, genauer zu fragen:
Welche Formen kann Protest annehmen? Wer entscheidet, welche Handlungen als legitim gelten? Und aus welcher Perspektive sprechen wir über Widerstand?
English below
Protest Takes Many Forms
October 2 is the International Day of Non-Violence. The United Nations describes it as an occasion to disseminate the message of non-violence through education and public awareness.
For us, it is also an opportunity to take a closer look at protest. Protest and resistance take many different forms. Not every political action is non-violent, and not every form of resistance can be described using the same terms.
A dictionary of protest
P wie Protest. Ein Widerstandswörterbuch in Bildern, edited by Anna Sabel and the Verband binationaler Familien und Partnerschaften, brings together 32 forms of protest.
They include boycotts, silent marches and human chains. The book connects these forms with concrete histories of resistance, including anti-colonial struggles, protests against racist violence and migrant self-organisation.
When does breaking the rules become political?
Ungehorsam! Disobedience!, edited by Andreas Kahrs, Lea Steinert and Friedrich Burschel, examines the theory and practice of collective rule-breaking.
The contributions explore the arguments, conflicts and different understandings surrounding civil disobedience.
How are political actions judged?
In Zur Theorie politischer Aktionen, Christiane Leidinger approaches political action from the perspective of social movement and protest research.
Encirclements, sabotage, kiss-ins, marches and occupations: the book asks how political actions are described and classified – and from whose perspective.
These books do not offer a single guide to the “right” form of protest.
Instead, they encourage us to ask:
What forms can protest take? Who decides which actions are considered legitimate? And from whose perspective do we talk about resistance?


