Lilly Axster

Der Pullover trägt mich nicht mehr

Broschur | 130*200mm

ca. 168 Seiten | ca. 14€

978-3-96042-127-6 | 2-110

ca. Februar 2022

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In Lilly Axsters aus dokumentarischen wie fiktiven Erinnerungen inszeniertem Roman stürzen literarische Held:innen vom kolonialen Thron, trifft Aktivismus auf Demenz, und inmitten jeder Menge Poesie spricht: Yeter Güneş!

Gegen die Ikone kindlicher Anarchie und grenzenloser Selbstbestimmung, Dini Donnerstein, gibt es Protest: Die nach ihr benannte Grundschule soll aufgrund des kolonial-rassistischen Impacts der weltberühmten Dini Bücher umbenannt werden.
Ehemalige reisen an, um mit allen Mitteln die Umbenennung ‚ihrer Schule‘ zu verhindern. Sie kämpfen für die Zeitlosigkeit von Poesie. Hoch betagt, clever, liebenswert, unmöglich und hoffnungslos dement: ein kleiner Prinz, Rosa Zorres und Dini Donna Stein höchst selbst. Sie haben nichts mehr zu verlieren.
Als Jugendliche hat Yeter Güneş Nachrichten an Mitgefangene in Pullover gestrickt, verschlüsseltes Alphabet gegen das Militärregime im Foltergefängnis ‚Mamak‘, Ankara. Die junge Lehrkraft Bil lädt die „echte Heldin“ in ihre:seine Klasse ein. Fasziniert spielen die Kinder das Erzählte nach und was sie noch dazu erfinden. Für sie steht fest, wie ihre Schule heißen wird.
Ein explosives Ringen um Erinnerungen und Geschichte(n).

Der Titel erscheint gleichzeitig auf Deutsch und in türkischer Übersetzung von Dilman Muradoğlu.

Die Autorin
Lilly Axster lebt in Wien, schreibt Romane, Stücke, Bilderbücher

 

rename the school | decolonize education | Dekonstruktion von politischen „Wahrheiten“ und großen Begriffen wie Widerstand, Revolution, Held:innentum | Fiktion und Wahrheit | Kindheit und Alter | zweisprachig | Roman | Dokufiktion

 

„Unser Beruf war die Revolution. Es gibt dafür kein Arbeitslosengeld und keine Rente. Wir sind pleite. Erst hier, im Exil, lachen wir über uns. Wenn wir uns bei schlafenden Hunden entschuldigen. Wenn wir nach langem Sitzen aufstehen wie uralte Leute. Wenn wir schwitzen, obwohl es kalt ist, und in die Hose machen, wenn eine Tür zuschlägt. Wenn wir schmerzen sagen statt scherzen. Wenn wir mit unserem Essen reden. Und uns selbst. Gün aydin Yeter. Die Kinder Ihrer Schule werden denken, ich sei nicht ganz normal. Und sie haben Recht. Ich sage manchmal aus heiterem Himmel Entschuldigung zu einem Hund.“