Aram Ziai

Aram Ziai Ardastaninejad wollte vor langer Zeit mal in der „Entwicklungshilfe“ arbeiten, um den Armen auf der Welt zu helfen, unberührt von kritischem Bewusstsein über koloniale Ungerechtigkeit und neokoloniale Kontinuitäten. Heute lehrt er postkoloniale Studien, globale politische Ökonomie und Entwicklungspolitik in Kassel. Zusammen mit Daniel war er Gründer der Gruppe „Kassel postkolonial”, in der er nach wie vor aktiv ist. Obwohl er in Deutschland geboren wurde und normalerweise als weiß durchgeht, wurde ihm von den Einheimischen klar gemacht, dass er nicht ganz dazugehört, und „Woher kommst du eigentlich?” war die Frage, die ihm am zweithäufigsten gestellt wurde – gleich nach „Wie geht es dir?”. Sein deutscher Großvater kämpfte im Vernichtungskrieg der Wehrmacht in Osteuropa und forderte später seine Mutter (in deutlichen und rassistischen Worten) auf, sie solle sich einen „anständigen Deutschen“ suchen, anstatt ihren iranischen Freund zu heiraten. Sie hörte nicht auf ihn.

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