Nelkenrevolution reloaded?

Ismail Küpeli
Nelkenrevolution reloaded?
Krise und soziale Kämpfe in Portugal
Reihe Systemfehler , Band 4
96 Seiten, 9,80 Euro | WG 973
ISBN 978-3-942885-27-0
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Portugal entwickelt sich zu einem Brennpunkt der kapitalistischen Krise in Europa. Sowohl die neoliberale „Krisenbewältigung“ als auch die sozialen Bewegungen gegen diese Politik lassen sich hier exemplarisch aufschlüsseln. Dabei wird auch die autoritäre Wende in der EU sichtbar – und die neuen Möglichkeiten sozialer Opposition jenseits von Parteipolitik und Wahlkämpfen. Hier wollen wir diese Aspekte aus der Perspektive der Menschen in Portugal, die für ein „besseres Leben“ kämpfen, zeigen.

Autoreninfo:
Ismail Küpeli ist Politikwissenschaftler und Aktivist, u.a. in der Bundeskoordination Internationalismus. Er lebt derzeit in Portugal und begleitet die sozialen Bewegungen vor Ort solidarisch und kritisch und berichtet regelmäßig über die Folgen der Wirtschaftskrise und die Proteste gegen die neoliberale Krisenpolitik.

Blog:
http://www.ismail-kupeli.eu/

Facebook-Seite zum Buch:

http://www.facebook.com/nelkenrevolution.reloaded

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Medien

Rezension von Alina Reinartz in kritisch lesen N°34 – Januar 2015

Rezension von Julius Jamal in Die Freiheitsliebe – Januar 2015

Alles in allem liefert Isamil Küpeli auf 90 Seiten einen Einstieg in Geschichte und Gegenwart Portugals sowie einen Überblick über die Aktivitäten der verschiedenen Akteure in der Dauerkrise Portugals im Zeitraum 2001–2013. Dabei liefert er neben Basisinformationen zahlreich sachdienliche Hinweise, besonders für deutschsprachige Aktivist*innen, und stellt zum Teil ganz offen, zum Teil verdeckt zahlreiche Fragen, die teilweise von enormer Bedeutung sind, insbesondere für diejenigen Bewegungen, die sich selbst als global (old school ausgedrückt: internationalistisch) begreifen. Für Portugal-Spezialist*innen ist sicher nur letztgenannter Aspekt interessant, da sie sicher über mehr als nur Basisinformationen zu Portugal verfügen. Für alle anderen, und das dürfte die überwiegende Mehrheit sein, sind es gut angelegte 9,80€. Und wenn ihr das Buch gelesen habt, dann seid ihr auch gut vorbereitet eine Lesung/einen Vortrag von Ismail Küpeli zum Thema zu besuchen und mit ihm und den anderen über die zahlreichen Fragen, die es aufwirft, zu diskutieren.

Rezension von Rudolf Mühland in Gai Dào N°44 – August 2014

Mit seiner kurzen Einführung zu Portugal bietet Ismail Küpeli keine Lösungen für dieses Dilemma des Widerstandes. Aber er stellt die richtigen Fragen, und das ist Verdienst dieses Bandes. Mit seiner kurzen Darstellung zur Geschichte der Nelkenrevolution, zum politische System Portugals und den aktuellen Protesten macht das Buch Lust, mehr über Portugal zu lesen und macht Lust auf eine Bildungsreise. Vor allem aber drängt die Lektüre zum bekannten, aber oft nicht beherzigten Gedanken, dass soziale Kämpfe längst keine nationale Angelegenheit mehr sind. (…) Die Linke steht im Zwiespalt zwischen einer notwendigen Blockade der gegenwärtigen EU und der ebenso notwendigen Ablehnung des überall sichtbaren Anstiegs von Nationalismus und Rechtspopulismus. Vernetzung und gegenseitiges Kennenlernen der Sozialproteste von Unten, die in ganz Europa stattfinden, sind unabdingbar dafür, um hier eine Alternative zu formulieren. Ismail Küpeli leistet einen kleinen Beitrag zu dieser Aufgabe, man würde sich viele LeserInnen und weitere Länderstudien dieser Art wünschen.

Auszug aus der Rezension von Ralf Hoffrogge, workerscontrol.net (22.4.2014)

»Nelkenrevolution reloaded?« hat Ismail Küpeli sein Büchlein über »Krise und soziale Kämpfe in Portugal« genannt. Der Titel ist naheliegend, aber auch leicht irreführend. Naheliegend, weil die Revolution von 1974 das bedeutendste Ereignis der portugiesischen Nachkriegsgeschichte ist. Die gesamte europäische Linke war damals elektrisiert: Sollte es möglich sein, die demokratische Revolution weiter zu treiben – in Richtung auf einen neuen, auch für andere Länder beispielhaften Sozialismus? Warum daraus nichts wurde, erklärt der Autor kenntnisreich und gut nachvollziehbar. Die Kräfte, die sich dem Neoliberalismus entgegenstellten, waren zu schwach – und sie sind es auch in der Krise seit 2007, obwohl es beachtliche Massenmobilisierungen gab und gibt, mit traditionellen Mitteln wie Streiks und Demonstrationen, aber auch mit Versuchen, etwa durch Besetzungen und den Aufbau unabhängiger Zentren, Betriebe und Kommunikationswege Gegenmacht zu schaffen. Darüber berichten AktivistInnen der aktuellen Proteste im Schlusskapitel des Buches. Hier wird allerdings zugleich deutlich, dass eine neue »Nelkenrevolution« nicht zu erwarten ist. Große strategische Entwürfe haben auch die portugiesischen Protestbewegungen nicht zu bieten. Der Gebrauchswert von Ismail Küpelis Buch besteht in den darin gut aufbereiteten Fakten über Politik und Gesellschaft – lesenswert auch für die desillusionierten RevolutionstouristInnen der 1970er Jahre.

Rezension von Jens Renner, ak Nr. 588 / 19.11.2013

Neben Italien und Griechenland steht Portugal im Brennpunkt der europäischen Finanzkrise. Ausgehend von der Nelkenrevolution von 1974 und der darauf folgenden Phase “sozialistischer” Politik analysiert der Politikwissenschaftler und Aktivist Ismail Küpeli aus linker Perspektive die neoliberale “Krisenbewältigung”, mit der eine Aushöhlung demokratischer Strukturen einhergeht. Er skizziert, wie sich Protestbewegungen und solidarische Antworten auf die Krise formierten, und stellt dar, dass eine Neuauflage der Nelkenrevolution aus seiner Sicht nicht ansteht. Interviews mit Aktivisten aus Portugal beenden das Buch. Mit einem kleinen Glossar und Literaturangaben. (…)

LK/OB: Kühne, EKZ, ID bzw. IN 2013/49

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