Lexikon der Leistungsgesellschaft

Egal ob auf Arbeit, zu Hause, auf dem Sportplatz oder im Club: die neoliberale Ideologie lauert überall.

Sebastian Friedrich
Lexikon der Leistungsgesellschaft
Wie der Neoliberalismus unseren Alltag prägt
Taschenbuch 110x180mm
96 Seiten, 7.80 Euro
ISBN 978-3-96042-001-9 | WG 973
Neuerscheinung Oktober 2016

bestellen

Kurztext

Die neoliberale Ideologie prägt unsere Persönlichkeit, unser Denken, unser Handeln. Während wir Sport treiben, wir in Dating-Portalen nach der Liebe fürs Leben oder dem schnellen Sex suchen, wir unser Rennrad das Treppenhaus hochtragen, wir herzhaft über die Prolls in der Eckkneipe lachen, wir mit einem coffee to go bewaffnet im Stechschritt durch die Stadt marschieren und wir am Ende des Tages einmal mehr versucht haben, das zu verdrängen, was längst Gewissheit geworden ist: dass es so nicht weitergehen kann.
Mit Fotos von Johanna Bröse und einem Vorwort von Oliver Nachtwey.

Langtext
Der Streifzug durch alltägliche Begriffe der »Leistungsgesellschaft« erkundet die vorherrschende Ideologie des flexiblen Kapitalismus: den Neoliberalismus. Er ist weit mehr als ein wirtschafts- und sozialpolitischer Ansatz. Die neoliberale Ideologie prägt unsere Persönlichkeit, unser Denken, unser Handeln. Während wir Sport treiben, wir über unseren Arbeitgeber sprechen, als sei er unser bester Freund, wir in Dating-Portalen nach der Liebe fürs Leben oder dem schnellen Sex suchen, wir unser 70er Jahre-Rennrad das Altbau-Treppenhaus hochtragen, wir herzhaft über die Prolls in der Eckkneipe lachen, wir uns über unsere aktuellen Prokrastinationserfahrungen austauschen, wir mit einem coffee to go bewaffnet im Stechschritt durch die Stadt marschieren, wir lustige ironisch-geistreiche Anmerkungen machen, wir uns wieder nicht entscheiden können und wir am Ende des Tages einmal mehr versucht haben, das zu verdrängen, was längst Gewissheit geworden ist: dass es so nicht weitergehen kann.
Mit Fotos von Johanna Bröse und einem Vorwort von Oliver Nachtwey.

Der Autor:
Sebastian Friedrich ist Redakteur von kritisch-lesen.de und Verfasser der Kolumne „Lexikon der Leistungsgesellschaft“, die seit April 2013 bei der linken Monatszeitung ak– analyse und kritik erscheint.
In der edition assemblage erschienen von Sebastian Friedrich Nation – Ausgrenzung – Krise und Rassismus in der Leistungsgesellschaft.

Oliver Nachtwey ist Ökonom und Soziologe. Er ist Fellow am Frankfurter Institut für Sozialforschung und hat zuvor an den Universitäten Jena, Trier, Darmstadt und Frankfurt am Main zu Arbeit, Ungleichheit, Protest und Demokratie gelehrt und geforscht. Im Mai 2016 erschien bei Suhrkamp sein Buch »Die Abstiegsgesellschaft: Über das Aufbegehren in der regressiven Moderne«.

Cover
Cover in Druckqualität [JPG]

Infoseite des Autors zum Buch:

Digitaler Schaukasten von Sebastian Friedrich

Rezensionen:

“Friedrichs Stichworte der Abstiegsgesellschaft zeigen auf, wie uns der Neoliberalismus dazu bringt, immer in Bewegung zu bleiben. Das gilt nicht nur für FDP-nahe „Leistungsträger“, sondern ganz explizit auch für emanzipatorische KritikerInnen dieser Gesellschaft. Man fühlt sich, wie Nachtwey in seinem Vorwort schreibt, oftmals „erwischt“ dabei, wie man auf die eine oder andere Art eben doch auf die Leistungsideologie reingefallen ist. Das zeigt sich etwa bei den Praktiken von NachwuchswissenschaftlerInnen oder bei der in linken Kreisen durchaus beliebten „gewaltfreien Kommunikation“, die ihren Charakter fundamental ändert, wenn sie Teil einer Betriebskultur wird.”
Rolltreppe abwärts. Rezension zu: Sebastian Friedrich: Lexikon der Leistungsgesellschaft. Wie der Neoliberalismus unseren Alltag prägt. Teodor Webin in / auf Direkte Aktion DA.

„Im Lexikon der Leistungsgesellschaft finden sich weitere Schlaglichter auf Alltagspraxen, die sich in der Linken ebenso großer Beliebtheit erfreuen wie in neoliberalen Think Thanks. Friedrich gelingt es, das Buch in allgemein verständlicher Sprache zu halten. In manchen Texten ist die Ironie nicht zu überhören. Er verzichtet meist auf moralische Wertungen, wenn er beschreibt, wie der Neoliberalismus unsere Alltagspraxen prägt und strukturiert. Das ist besonders wirkungsvoll in den Bereichen, in denen wir die Verbindung zur Politik gar nicht vermuten würden. So gelingt es Friedrich einleuchtend zu erklären, was der Hype um die Rennräder oder ein wachsendes Ernährungsbewusstsein mit dem Neoliberalismus zu tun haben.“
Peter Nowak
in Graswurzelrevolution Nr. 414, Dezember 2016

„Eines der ergiebigsten Bücher der letzten Jahre.“ Helmut Loeven in Amore e rabbia, 12. Dezember 2016

„All diese Widersprüche werden einem als Leser*in bewusst in den kurzen Inputs aus dem alltäglichen Leben, welche Friedrich scharf beobachtend und amüsant vermittelt.“
Die vielen Gesichter des Neoliberalismus. Rezension von Lisa Liesner. In: Sperre. 12. Januar 2017


Termine:

24.04. Münster: Rennrad, coffee to go und Datingportal – wie der Neoliberalismus unseren Alltag prägt

This entry was posted in Aktuelles, Frühjahr 2016 and tagged , , , , , , , , . Bookmark the permalink.

Hinterlasse eine Antwort