Cover von "Mein Name ist Ausländer", ein Foto von Semra Ertan am Strand, stilisiert mit halbdurchsichtigem Text
Mein Name ist Ausländer | Benim Adım Yabancı
Gedichte | Şiirler Semra Ertan, Zühal Bilir-Meier, Cana Bilir-Meier Paperback, 240 pages
140 x 205mm
978-3-96042-095-8 / 2-151
18,00 Euro
Publication Date 15.12.2020
Paperback, 240 pages
140 x 205mm
978-3-96042-095-8 / 2-151
18,00 Euro
Publication Date 15.12.2020

Content

In ihren Gedichten schildert Semra Ertan ihr Leben und ihre Erfahrungen in Deutschland. Bis heute steht sie für Generationen von Menschen, die immer noch unsichtbar sind und nicht gehört werden. Es geht um Leid, Wut sowie um Liebe, Hoffnung und Freundschaft, gesellschaftliche Gleichberechtigung, Mut zu Widerstand und ein menschlicheres Mit- und Füreinander.


Semra Ertan erhält 2021 eine außerordentliche Alfred-Döblin-Medaille für ihren postum erschienenen Gedichtband „Mein Name ist Ausländer“.


“Mein Name ist Ausländer” ist eine der Lyrik-Empfehlungen 2021.



Türkçe olarak


Semra Ertan’ın Almanya’daki yaşamını ve deneyimlerini anlattığı şiirlere konu olan nesiller, o gün gibi bugün de halen görülmüyor, duyulmuyorlar. Ne var ki bu insanlar, yaşadıkları tüm acılara ve duydukları öfkeye rağmen, aşka, umuda, dostluğa ve toplumsal eşitliğe inanmayı, bunlar için cesurca direnmeyi ve dayanışmayı sürdürüyorlar.


Author

Semra Ertan — Semra Ertan, geboren 1957 in Mersin/Türkei, zog 1972 zu ihren Eltern, die in der Bundesrepublik Deutschland als Arbeitsmigrant*in- nen lebten. Sie arbeitete als technische Bauzeichnerin, Schriftstellerin und Dolmetscherin und schrieb über 350 Gedichte und einige Satiren. 1982 starb sie in Hamburg read more

Zühal Bilir-Meier — Zühal Bilir-Meier ist die Schwester von Semra Ertan. Geboren in Mersin/Türkei, zog sie 1970 zu ihren Eltern, die als sogenannte „Gastarbeiter“ in Kiel/Deutschland, lebten. Sie studierte Agrarwissenschaft und Sozialpädagogik in Kiel und München und arbeitet heute in ihrer eigenen Praxis in München als Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeutin.

Cana Bilir-Meier — Cana Bilir-Meier ist die Nichte von Semra Ertan. Geboren in München/Deutschland, studierte sie Kunstpädagogik und Digitale Medien in Wien und Istanbul. Sie arbeitet als Filmemacherin, Kunstpädagogin und in Projekten bildender Kunst. Gemeinsam mit ihrer Mutter Zühal Bilir-Meier und weiteren Menschen, hat sie 2018 die Initiative in Gedenken an Semra Ertan in Hamburg gegründet.

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Reviews (14)

Dichten als Notwehr —  Gaston Kirsche, jungle world (22.04.2021)
The message and title of Audre Lorde’s famous essay ‘Poetry is not a luxury’ has renewed relevance: like breath, poetry is vital for survival. Spiritual and repetitious, it is also ritualistic, often enacting a ceremony for commemoration. —  Nina Prader, Berlin Art Link (06.04.2021)
Als Leserin spürt man die Verzweiflung und Hilflosigkeit Semra Ertans angesichts eines Systems struktureller Diskriminierung, oft zeigt sie sich aber auch rebellisch und lebenslustig – und sie schenkte Bekanntschaften manchmal spontan Gedichte. —  Fiona Sara Schmidt, Anschläge (12.02.2021)
Es wird Zeit, sich zu verbünden. Es wird Zeit, dass Semra Ertans Gedichte zirkulieren. Ihr Schreiben beginnt 1971 mit ihrer Ankunft in Deutschland als sie 15 Jahre alt ist. Und endet mit ihrem Gedicht »Mein Name ist Ausländer«. Jetzt wirkt es, als ob dieses Ende gleichzeitig auch ein Anfang sein könnte. Ein Anfang für ein Erzählen anderer Geschichten in der Gegenwart. Ein Anfang für ein anderes Gedenken an rassistische und andere strukturelle Gewalterfahrungen. Ein Anfang für einen Austausch darüber, wie Gedenken und Gerechtigkeit aussehen können und wie andere Erzählungen unsere Vorstellungen dessen, was möglich ist, grundlegend verändern können. —  Nina Schulz, analyse & kritik (16.02.2021)
Ihr Schreiben war eine Form von Widerstand gegen die Ungleichbehandlung und gegen das Schweigen der Mehrheitsgesellschaft. —  Tarik Kemper, taz (07.02.2021)
Ertans Gedichte handelten viel von Freiheit und Unabhängigkeit. „Das sind große Themen, die natürlich zeitlos sind und bis ins Heute greifen“, sagt Aydemir. Es gehe auch viel um die Auflehnung gegen Faschismus und Kapitalismus. „Das sind Kämpfe, die wir heute immer noch austragen“, sagt Aydemir. Für sie sei ein wichtiger Punkt in Ertans Werk, „zu sehen, dass Poesie, dass Literatur wunderschön und gleichzeitig politisch sein kann.“ —  Fatma Aydemir und Timo Grampes, Deutschlandfunk Kultur (01.02.2021)
Mit dem Erscheinen von „Mein Name ist Ausländer“ kann und wird sich nun auch ein breiteres Publikum für ihre Dichtung interessieren, die besticht, weil sie konkret, verständlich, voller intratextueller Bezüge, vielfältig, politisch engagiert, bisweilen gefühlvoll, eindringlich, hin und wieder wütend oder leidenschaftlich ist. —  Florian Birnmeier, der Leser | Literaturblog (23.01.2021)
Hoffnung, Schmerz und Visionen der Arbeiter:innen, der Migrant:innen und Migrantisierten liegen auf ihren Buchstaben. Sie stehen unter dem Zeichen antirassistischer Kämpfe um Anerkennung und Gleichberechtigung, und der sozialen Frage unmissverständlich verpflichtet. —  Ozan Zakariya Keskinkılıç, Heinrich Böll Stiftung (26.01.2021)
Sie war, dies zeigen die Gedichte eindrücklich, ein nachdenklicher Mensch, der lange und viel über die Blüte des Lebens und über die Licht- und Schattenseiten des Lebens sinnierte. —  Timo Büchner, Belltower (19.01.2021)
Die Texte von Semra Ertan sind allesamt auch Versuche, die innere und äußere Zerrissenheit und Nicht-Zugehörigkeit sprachlich zu fassen, sich ihrer bewusst zu werden, sie (mit-)zu teilen und sie dadurch auch ein Stück zu überwinden. —  Stefan Hölscher, Signaturen - Forum für autonome Poesie
In ihren Gedichten zeigt sie sich als kluge Beobachterin, als melancholische Denkerin. Auf Deutsch und Türkisch erscheint ihr Werk erstmals in einem eigenständigen Band. Zwar veröffentlichte sie bereits zu ihren Lebzeiten Texte, doch ihr Traum vom eigenen Buch erfüllt sich erst jetzt. —  Hengameh Yaghoobifarah, Missy Magazine (11.01.2021)
Heimlich unglücklich: Eine zweisprachige Ausgabe mit Gedichten der türkischen Dichterin Semra Ertan —  Dennis Püllmann, junge Welt (08.01.2021)
Jede Person mit deutscher Staatsbürgerschaft besitzt das Recht, einen Namen zu tragen. Mit dem Ableben der Person erlischt dieses Recht – so sieht es das Bürgerliche Gesetzbuch vor. Was aber, wenn jemandem der Eigenname schon zu Lebzeiten abgesprochen wurde? Und wenn das Verlieren dieses Rechts damit zu tun hat, dass die Geschichte jenes Namens als nichtig verworfen wird? Und was passiert eigentlich dann, wenn die Person, die einen Namen trägt, dessen Geschichte als nichtig verworfen wird, keinen Schutz durch die deutsche Staatsbürgerschaft genießt? Auf diese Fragen verlangt Semra Ertan, Schreibende, Aktivistin, Arbeitsmigrantin, noch heute, 38 Jahre nach ihrem Tod, Antworten. Sie lehrt, dass namenlos zu werden heißt, in gewisser Weise nicht existieren zu dürfen – zumindest nicht schreibend. —  Leyla Sophie Gleissner, Die Zeit (29.12.2020)
Es ging ihr um alles —  Gürsoy Doğtaş, der Freitag (17.12.2020)