Heute wird in den Medien über 10-Jahre Hartz IV resümiert. Nur wenige Beiträge gehen auf die mediale Diskriminierung von durch von Armut betroffene Menschen über Schlagworte wie Hartz IV ein.
Dazu sagt der Soziologe Stephan Lessenich im heutigen ND:
Wir alle kennen die TV-Berichte, in denen »investigative« Reporter Hartz-IV-Bezieher besuchen und den Haushaltsvorstand im Unterhemd antreffen. Die Medien konstruieren hier ein bestimmtes, homogenisierendes Bild einer Klasse von Sozialleistungsabhängigen. Kein Wunder, dass sich Hartz IV auch als Schimpfwort oder Abwertungsbegriff etabliert hat.
[Hartz ist heute ein Schimpfwort - Interview mit S. Lessenich, ND, 16.8.2012 ]
Die Studie Faul, Frech, Dreist über diese Form der Klassifizierung von Menschen und ihre Diskriminierung durch BILD-Leser*innen ist aktuelle von Christian Baron und Britta Steinwachs in der edition assemblage erschienen. Sie analysieren dieses Phänomen sozialer Ausgrenzung als Klassismus.
Literatur

Christian Baron / Britta Steinwachs
Faul, Frech, Dreist
Die Diskriminierung von Erwerbslosigkeit durch BILD-Leser*innen