Sharon Dodua Otoo ist für Ingeborg-Bachmann-Preis nominiert


© 2014 Ralf Steinberger

Autorin liest bei den 40. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt

[Pressemitteilung|PDF] -

Die Berliner Autorin Sharon Dodua Otoo nimmt an den diesjährigen „40. Tagen der deutschsprachigen Literatur“ in Klagenfurt teil. Die 14 teilnehmenden Autor*innen sind für den renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis nominiert, der am Ende der Veranstaltung, am 3. Juli, vergeben wird. Der Ingeborg-Bachmann-Preis gilt als eine der wichtigsten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Eingeladen wurde Sharon Dodua Otoo von der FAZ-Redakteurin Sandra Kegel.

 

Teilnahmebedingung des Wettbewerbs ist die Einreichung eines unveröffentlichten Textes. Sharon Dodua Otoo blickt dem Literaturwettbewerb mit Spannung entgegen. „Ich habe Frau Kegel meinen Text geschickt, den ich – wie alle sich das wünschen – wirklich in der Schublade hatte. Erst danach dämmerte mir, worauf ich mich eingelassen hatte“, so die Autorin.
„Die Nominierung ist auch eine Wertschätzung für den bislang im deutschsprachigem Literaturbetrieb noch ungewöhnlichen Weg des Verlages, tatsächliche Expert*innen gesellschaftlicher Widersprüche und Herausforderungen auf hohem Niveau literarisch zu Wort kommen zu lassen“, freut sich auch Willi Bischof vom Verlag edition assemblage aus Münster.
Neben ihren beiden Novellen „die dinge, die ich denke, während ich höflich lächle“ und „Synchronicity“ hat Sharon Dodua Otoo bereits zahlreiche Kurzgeschichten und Artikel in verschiedenen Sammelbänden, Zeitschriften und Zeitungen veröffentlicht und ist Herausgeberin der Reihe „Witnessed“. Beide Novellen sind in deutscher und englischer Sprache im Verlag edition assemblage erschienen.
Der Wettbewerb findet im ORF-Theater in Klagenfurt statt und wird live im ORF übertragen. Die Namen der 14 Teilnehmer*innen wurden am heutigen Dienstag, dem 24. Mai 2016 in einer Pressekonferenz bekanntgegeben. Die Eröffnung der „Tage der deutschsprachigen Literatur“ und die Auslosung der Lesereihenfolge finden am 29. Juni statt. An den folgenden drei Tagen werden die Texte vorgetragen und diskutiert. Am Sonntag, dem 3. Juli die Jury nach der Schlussdiskussion ihre Entscheidung. Neben dem mit 25.000 Euro dotierten Ingeborg-Bachmann-Preis werden drei weitere Preise vergeben.
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Der Verlag hält Rezensionsexemplare für die Medien bereit. Kontaktanfragen für Gespräche und Interviews sowie die Bestellung von Rezensionsexemplaren über: presse@edition-assemblage.de

PRESSEMAPPE


Drei Fragen an Sharon Dodua Otoo zu ihrer Nominierung:

* Du nimmst an den Tagen der deutschsprachigen Literatur teil, bei denen unter anderem der Ingeborg-Bachmann-Preis vergeben wird. Wie kam es dazu?

Ich bin von Sandra Kegel kontaktiert worden. Sie musste mir erstmal erklären was Klagenfurt überhaupt ist. Glücklicherweise habe ich nie davon gehört, sonst wäre es bestimmt einfach bei dem Telefonat geblieben! Ich habe Frau Kegel meinen Text geschickt, den ich – wie alle sich das wünschen – wirklich in der Schublade hatte. Erst danach dämmerte mir, worauf ich mich eingelassen hatte. Ich fühle mich geehrt, dass Frau Kegel der Text doch – trotz Grammatikfehler und Anglizismen – sehr gefallen hat.

* Wie fühlt es sich an, bei so einer großen Sache dabei zu sein?

Sehr komisch. Ich habe widersprüchliche Gedanken. Auf der einen Seite habe ich das Gefühl: so plötzlich wie es dazu kam, dass ich dieses Jahr dabei bin, könnte es plötzlich wieder alles weggehen, denn irgendwo hat eine Person bestimmt einen Denkfehler gemacht – ich schreibe fast nie auf Deutsch! Andererseits: warum nicht ich? Erfahrungen und Perspektiven wie meine sind (soviel ich weiß) bisher in Klagenfurt kaum thematisiert worden. Ich finde es eine große Chance, dass ich mitmachen darf.

* Bisher hast du deine Texte auf Englisch geschrieben, allerdings immer die Übersetzung ins Deutsche begleitet. Den Text für den Wettbewerb hast du direkt in deutscher Sprache verfasst. Hat das den Schreibprozess beeinflusst? Wenn ja, wie?

Ja und nein. Den Text habe ich vor fast zwei Jahren geschrieben und irgendwann zur Seite gelegt. Ich hätte gerne weitergemacht, dazu bräuchte ich aber wirklich sehr viel Zeit für Recherche. Dazu kommt, dass ich ungerne auf Deutsch schreibe, weil ich auf Andere angewiesen bin, mir zu sagen, ob meine Wortschöpfungen große Kunst sind oder einfach grammatikalisch Falsch. Als Frau Kegel sich für meinen Text entschieden hatte, merkte ich, dass ich vor einer großen Herausforderung stand. Ich bin diese direkt angegangen: habe meinen Text sehr vielen Menschen gezeigt und vorgelesen. Es hat mir geholfen, zu erfahren, wie mein Text bei verschiedenen Menschen angekommen ist. Tatsächlich werden unterschiedlichen Sachen hineininterpretiert, was ich spannend finde und mich sehr freut.

Portrait: Sharon Dodua Otoo

Weblinks:
* sharonotoo.com Website der Autorin
* witnessed-series.blogspot.de Blog zur Buchreihe “Witnessed”
* Wikipedia

 

In den Medien:

Interview mit Sharon Dodua Otoo vom 24.6.2016 bei rbb Kulturradio: http://mediathek.rbb-online.de/radio/Kulturradio-am-Nachmittag/Sharon-Dodua-Otoo/kulturradio/Audio?documentId=36176012&topRessort=radio&bcastId=9839134

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