Keine Abschiebungen ins Elend!

Zur Aktion: Im April 2010 wurde das Rückübernahmeabkommen zwischen Deutschland und dem Kosovo unterzeichnet. Minderheiten wie Roma und Ashkali droht die Abschiebung in Elend und Unsicherheit. Bis zu 2.500 Menschen pro Jahr sollen nach dem Willen der Innenminister zurückgeschickt werden. Im Kosovo erwartet die Abgeschobenen buchstäblich ein Leben am Rande der Müllkippe. Diskriminierung und Ablehnung schlägt ihnen entgegen. Der Zugang zu Arbeit, Bildung, sozialen Einrichtungen und gesundheitlicher Versorgung bleibt ihnen weitgehend versperrt. Ihre in Deutschland geborenen Kinder können sich weder auf albanisch noch serbisch verständigen und finden dort keine Lebensperspektive.

PRO ASYL geht mit einer Protestaktion an die Innenminister gegen diese humanitäre Katastrophe an. Beteiligen auch Sie sich an unserer E-Mail-Aktion!

Literatur zum Thema:

Alltägliche Ungewissheit - Erfahrungen von Frauen in Abschiebehaft
Steffi Holz
Alltägliche Ungewissheit
Erfahrungen von Frauen in Abschiebehaft
Unrast, 168 Seiten, Preis: 12.80 Euro
edition-asssemblage Bestellnr.: U 468

Abschiebehaft ist ein restriktiver Bestandteil deutscher Zuwanderungs- und Abgrenzungspolitik. Sie ist offiziell eine Verwaltungsmaßnahme zur Vorbereitung der Abschiebung und keine Strafhaft. Für die Inhaftierten ist es jedoch ein Gefängnisaufenthalt, der als Bestrafung wahrgenommen wird und eine bedrohliche Erfahrung und extreme Lebensrealität darstellt. In ihrer auf der Basis von Interviews erstellten Studie lässt Steffi Holz diese Lebensrealität sichtbar werden und beschreibt die Handlungsperspektiven und Strategien der Frauen, mit der belastenden Situation umzugehen. Ein wesentliches Element des Alltags ist darüber hinaus das Wirken der Ausländerbehörde. Ausführliche kommen die behördlichen Reglementierungen zur Sprache.

Sie suchten das Leben
Heike Herzog, Eva Wälde
Sie suchten das Leben …
Suizide als Folge deutscher Flüchtlingspolitik
Mit einem Vorwort von Dr. Birgit Rommelsbacher
Unrast, 205 Seiten, Preis: 15.00 Euro
edition-asssemblage Bestellnr.: U 810

Recherchen und politische Analysen zu zehn Flüchtlingsbiographien, die aus unterschiedlicher Motivation nach Deutschland kamen, aber alle in Folge bundesdeutscher Abschiebepolitik ihrem Leben ein Ende setzten.

Illegale Einwanderung
Gerda Heck
›Illegale Einwanderung‹
Eine umkämpfte Konstruktion in Deutschland und den USA
Unrast, 280 Seiten, Preis: 24.00 Euro
edition assemblage Bestellnr.: U 746
Edition Band 17

Der Anstieg von nichtdokumentierter Migration ist sowohl in Deutschland als auch in den USA ein viel und kontrovers diskutiertes Thema.
Von staatlicher Seite wird versucht, die klandestine Einwanderung mittels Kontrolle und Abschottung zu unterbinden. Doch Migrationskontrolle produziert genau das, was sie eigentlich verhindern soll: den „illegalen Einwanderer“. Im Mittelpunkt dieses Buches stehen die verschiedenen Akteure, die in das Migrationsgeschehen und die Debatte eingreifen. Dies sind zum einen Politik und staatliche Kontrollinstanzen, zum anderen die MigrantInnen selbst, die sehr flexibel auf die Änderungen der Migrationspolitik, auf Kontrolle und Grenzen reagieren und wegen der Abschottungsversuche immer neue Wege und Strategien zur Verwirklichung ihres „Migrationsprojekts“ suchen und finden. Auch zivilgesellschaftliche Bewegungen intervenieren in den Diskurs. Wie sie agieren und welchen Einfluss sie auf Debatten und Migrationspolitik haben, wird exemplarisch an der von dem bundesweiten Netzwerk „kein mensch ist illegal“ lancierten Kampagne „deportation.class – gegen das Geschäft mit der Abschiebung“ und an dem US-amerikanischen Netzwerk „National Coalition for Amnesty and Dignity“ (NCAD) untersucht.

Grenzen und Grenzgänger
Semra Çelik
Grenzen und Grenzgänger
Diskursive Positionierungen im Kontext türkischer Einwanderung
Unrast, 288 Seiten, Preis: 20.00 Euro
edition assemblage Bestellnr.: U 741
Edition Band Bd. 12

In Zeiten von Internet und Globalisierung boomt das Angebot an Identitäten und ein Wechsel zwischen unterschiedlichen Identitätspositionen scheint immer möglich. In Gesprächen mit türkischen MigrantInnen zeigt das vorliegende Buch jedoch, dass ein Mehr an Angeboten auch ein Mehr an Grenzen bedeuten kann und dass manchmal erst neue Wege zu (er-)finden sind, um diese Grenzen zu überschreiten.

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