Feiert den Feministischen März!

Am 8. März ist Weltfrauentag, in den USA wurde gleich der ganze März zum Women’s History Month erklärt. Damit das ganze mehr ist, als ein lila Sternchen im Kalender, haben wir für euch ein paar Lesetipps und Termine zusammengestellt.

Wer Weltfrauentag „googelt“, bekommt als einen der ersten Treffer: „Verschenken Sie die vergoldete Rose mit vergoldeter Vase zum Frauentag“. So hatten sich das Clara Zetkin und andere Vorkämpfer*innen und Initiator*innen des Internationalen Frauentages wohl nicht gedacht. Vielleicht haben sie gehofft, dass heute, etwa 100 Jahre nach dem ersten Frauentag das feministische Wunderland schon Wirklichkeit ist und wir jedes Jahr an diesem Tag – nach einem leicht gruseligen Film oder Vortrag über den längst überwundenen Sexismus – eine rauschende Party feiern. Vielleicht haben sie sich vorgestellt, dass jährlich riesige Demonstrationszüge durch die Städte ziehen, um endlich die vollständige Gleichberechtigung aller Geschlechter zu fordern. Aber dass Frauen damit abgespeist werden dreimal im Jahr – Valentinstag, Muttertag und eben am 8. März – eine popelige tote Pflanze (Nein, in Gold ist nicht besser, nur teurer.) geschenkt zu kriegen … war sicher nicht der Plan!

Wie also können wir den Weltfrauentag und/oder den Women’s History Month „angemessen feministisch“ begehen?
Bestimmt gibt es auch in eurer Stadt eine Kundgebung, eine Frauentagsparty oder feministische Vorträge – wenn nicht: tut euch zusammen und organisiert welche. Ein paar Veranstaltungen findet ihr weiter unten unter „Termine“.
Vielleicht könnt ihr euch auch vornehmen, an diesem Tag auf jeden sexistischen Spruch eine schlagfertige Antwort zu haben (am besten die gängigen Themen vorher schonmal im Kopf durchgehen) oder einfach die berühmten pink-grünen „Sexistische Kackscheiße“-Aufkleber als „Strafzettel“ verteilen – haben wir ausprobiert, führt zu überraschend guten Gesprächen.
Für alle die nur Zeit und/oder Lust zu einer kleineren, symbolischen Aktion haben: Es gibt eine Tradition aus der Zeit, als der Weltfrauentag offiziell verboten war – diejenigen, die ihn trotzdem feierten, hängten rote Wäschestücke „zum lüften“ aus dem Fenster.

Aber euch fallen bestimmt noch ganz viele tolle Aktionen, klein oder groß, ein – lasst eurer Kreativität freien Lauf und vergesst das feiern nicht. Wir haben schon viel erreicht und wir können noch viel mehr!
Die edition assemblage wünscht euch einen schönen, kämpferischen Feministischen März!

carina, für das Team der edition assemblage

Lesetipps:

Queen of the Neighbourhood Collective
Revolutionäre Frauen
Biografien und Stencils
Aus dem Englischen übersetzt von Sebastian Kalicha
farb. Broschur, 128 Seiten, 30 Abb., 12,80 Euro
ISBN 978-3-942885-05-8

Hier findet ihr spannende Einblicke in die Biografien von 30 Feministinnen, Anarchistinnen, Aktivistinnen und Visionärinnen. Außerdem gibt es von jeder der Frauen ein Stencil-Bild, mit dem ihr die Welt ein wenig revolutionärer, feministischer und bunter machen könnt.
Vorgestellt werden unter anderem …
… Harriet Tubman, eine der Organisator*innen der „Underground Railroad“ – einem geheimen Netzwerk zur Befreiung von Sklav*innen – und Graswurzelaktivistin in verschiedenen sozialen Kämpfen;
… Marie Equi, eine Anarchistin und bekennende Lesbe, die als Ärztin illegal Schwangerschaftsabbrüche durchführte. Sie setzte sich für das Selbstbestimmungsrecht von Frauen über den eigenen Körper und für den Zugang zu und Informationen über Verhütungsmittel ein und war außerdem in Kämpfen von Arbeiter_innen und Kriegsgegner_innen aktiv.
… Hannie Schaft, eine antifaschistische Widerstandskämpferin, die Jüdinnen*Juden unterstützte, Flugblätter, Waffen und Lebensmittelkarten schmuggelte und Anschläge und Sabotageakte gegen die Nazis durchführte. Kurz vor Kriegsende wurde sie von den Nazis, die sie schon lange auf ihrer Liste der meistgesuchten Widerstandskämpfer*innen stehen hatten, gefangengenommen und erschossen.
… Sylvia Rivera, eine Trans*Frau, die bei dem berühmten Stonewall-Aufstand dabei war und sich gegen Gewalt und Polizeibrutalität entschlossen zur Wehr setzte. Sie setzte sich ihr Leben lang für die Rechte von Trans*, Crossdresser*innen, Homosexuellen ein und kämpfte auch innerhalb dieser Bewegung(en) gegen Ausgrenzung und Diskriminierung.
… und viele mehr!


Sharon Dodua Otoo
the things i am thinking while smiling politely
Novella in englischer Sprache
farb. Broschur, 104 Seiten, 12.80 Euro
ISBN 978-3-942885-22-5
edition assemblage, Februar 2012

In ihrer englischsprachigen Novella erzählt Sharon Dodua Otoo die Geschichte vom Ende einer Ehe, von Freundschaft und Vertrauen – und wie zerbrechlich beide sein können. Ebenso erzählt sie aber auch von Alltagsrassismus und Diskriminierung, von Privilegien und Ignoranz.
Ihre Sprache ist eben so einfühlsam wie deutlich. Der*die Leser*in erlebt mit der Protagonistin Liebe und Liebeskummer, Selbstzweifel und Selbsterkenntnis und die Rollenkonflikte einer Schwarzen britischen Frau, die in Berlin lebt und Mutter, Wissenschaftlerin, Freundin und vieles mehr ist – und wird immer wieder von scharfsinnigen Beobachtungen überrascht, die ohne erhobenen Zeigefinger, dafür aber mit subtilem Humor in die Geschichte eingeflochten sind.

Genau das richtige Buch für Feminist*innen, die über den Tellerrand der antisexistischen Kämpfe hinausblicken (wollen); für Women of Color, die zu Recht erwarten, dass Schwarze Frauen nicht immer nur in Klischeerollen in Büchern vorkommen; und für alle, die einfach gerne gute, sprachlich und thematisch außergewöhnliche englischsprachige Literatur genießen.

Sharon Dodua Otoo ist Schwarze Britin – Mutter, Aktivistin, Autorin und Herausgeberin der englischsprachigen Buchreihe „Witnessed“ in der edition assemblage. Nach jahrelanger aktivistischer Tätigkeit in der Schwarzen deutschen Community setzt sie auch auf dem literarischen Feld auf Empowerment.

Lesungen:
Forthcoming Readings

Termine:

2. März, 18:30 Uhr
Sharon Dodua Otoo: the things i am thinking while smiling politely … – Autorinnenlesung
IG-Feuerwache, Ganghoferstr. 41, 80339 München

3. März
Sharon Dodua Otoo: the things i am thinking while smiling politely … – Autorinnenlesung
The Munich Readery, Augustenstr. 104, 80798 Munich

6. März, 20 Uhr
Revolutionäre Frauen – Buchvorstellung, Diskussion und Stencilworkshop
Interkulturelles Zentrum Don Quijote, Scharnhorststraße 57, Münster
http://www.edition-assemblage.de/revolutionare-frauen-buchvorstellung-diskussion-und-stencilworkshop/

8. März, 18 Uhr
INTERNATIONAL WOMEN’S DAY
Event organised by Cakes & more to celebrate International Women’s Day
Date: Thursday, March 8th 2012
Time: 18:00
Venue: Werkstatt der Kulturen, Wissmannstr. 32, 12049 Berlin-Neukölln
U7/U8 Hermannplatz

Moona Moon, Activist and HipHop-Scholar

Katharina Lehmann und Sharin Rezai spielen Jazz, Pop & Favourites

Anna Hankings-Evans und Jörg Kleis singen Jazz und spielen Piano

Bona Ngoumou, Jeanny Mayani & Gonza Ngoumou singen A cappella

Sharon Dodua Otoo liest aus ihrer neu erschienenen Novelle “the things i am thinking while smiling politely”

und

Wanja Janeva singt Soul
More Information: Werkstatt der Kulturen

28. März, 19:00 Uhr
Revolutionäre Frauen – Buchvorstellung, Diskussion und Stencilworkshop
Eine Veranstaltung der Gruppe: North-East Antifascists [NEA]
Referent_innen: Edition Assemblage & North-East Antifascists
Haus der Jugend Bunte Kuh (Bernkasteler Straße 78), Berlin (genauere Infos: hier)

31. März
Revolutionäre Frauen – Buchvorstellung, Diskussion und Stencilworkshop
Paderborn (genauere Infos kommen noch)

und …

http://gegen1000kreuze.blogsport.de/

http://www.astafh.de/2012/03/04/my-body-my-choice-konzert-und-party-am-10-3-2012/

http://togetherfest.de

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