Das ist, weil wir Türken sind

Das ist, weil wir Türken sind, Mely Kiyak – Frankfurter Rundschau, 26.11.2011

Unsere Autorin Mely Kiyak ist eine Woche lang herumgelaufen. Sie hat sich mit den Leuten unterhalten, die sie Mischmaschdeutsche nennt. Und die beunruhigt, zornig, verängstigt sind, nach allem, was über den rechten Terror in Deutschland in letzter Zeit bekannt wurde. Mely Kiyak hat auch mit der Witwe von Ramazan Avci gesprochen, der vor 26 Jahren in Hamburg von Rechtsradikalen getötet wurde. Gülistan Avci hat bislang geschwiegen. Nun redet sie.

http://www.fr-online.de/politik/rechtsterror-in-deutschland-das-ist–weil-wir-tuerken-sind,1472596,11219306.html

Literatur zum Thema:

[[Reihe Antifaschistische Politik (RAP)]]

Bernhard Schmid
DISTANZIEREN, LEUGNEN, DROHEN
Die europäische extreme Rechte nach Oslo
ISBN 978-3-942885-09-6
128 Seiten, 12,80 EUR (D)
edition assemblage, Oktober 2011

Hendrik Puls
Antikapitalismus von rechts?
Wirtschafts- und sozialpolitische Positionen der NPD
Studien zur extremen Rechten, Band 1
farb. Broschur, 144 Seiten, 16.80 Euro
ISBN 978-3-942885-04-1
edition assemblage


Moritz Altenried
Aufstände, Rassismus und die Krise des Kapitalismus
England im Ausnahmezustand
TB, farb. 80 Seiten, 9.80 Euro
ISBN 978-3-942885-10-2
edition assemblage

Cover: Sebastian Friedrich (Hg.): Rassismus in der Leistungsgesellschaft

Sebastian Friedrich (Hg.)
Rassismus in der Leistungsgesellschaft
Analysen und kritische Perspektiven zu den rassistischen Normalisierungsprozessen der „Sarrazindebatte“
farb. Broschur, 264 Seiten, 19.80 EUR [D]
ISBN 978-3-942885-01-0
edition assemblage, Oktober 2011


Iman Attia (Hg.)
Orient- und IslamBilder
Interdisziplinäre Beiträge zu Orientalismus und antimuslimischem Rassismus
Unrast, 308 Seiten, Preis: 19.80 Euro
edition assemblage Bestellnr.: U 466

Die Wohlgerüche des Orients – der Knoblauch stinkende Türke, die erotischen Harems- Schleier – die unterdrückte Kopftuchtürkin. Bilder und Gegenbilder über Orient und Islam sind vielfältig – und nicht neu. Sie werden seit Jahrhunderten überliefert und sind Teil des west-europäischen Kulturgutes. Seit Ende des kalten Krieges zwischen Ost und West greifen die USA wie Europa auf diese alten Bilder zurück. Sie definieren heute wie damals das eigene Selbstverständnis in Abgrenzung zum ›Anderen‹. Wie bereits im Mittelalter sind heute religiös begründete Unterschiede zwischen Ost und West bedeutsamer als systembedingte. Sie legitimieren politische Entscheidungen und erfahren auf Grund der tradierten Bilder Rückhalt in der Bevölkerung.
Nicht zuletzt auf Grund der Widersprüchlichkeit der Bilder regt sich Protest dagegen. Interreligiöse Dialoge und die Unterscheidung zwischen guten und bösen Moslems sind derzeit verbreitet. Sie zeugen zwar vom guten Willen, ändern jedoch nichts daran, dass ›die Anderen‹ weiterhin als grundsätzlich verschieden wahrgenommen werden. Demgegenüber setzt der vorliegende Sammelband an der Konstruktion des Gegenbildes Orient bzw. Islam an und legt die dahinter liegenden Interessen offen.


Siegfried Jäger / Dirk Halm (Hg.):
Mediale Barrieren. Rassismus als Integrationshindernis.
Unrast, 259 Seiten | Preis: 24.00 Euro
Edition DISS Bd. 13
edition assemblage Bestellnr.: U 742

Die Medien befeuern – insbesondere nach den Terroranschlägen vom 11.9.2001 – einen rassistischen Einwanderungsdiskurs und bedienen sich tendenziell eines „binären Reduktionismus“: Es findet eine Schwarz-Weiß-Malerei statt, indem Muslimen (und anderen Einwanderern) pauschal schlechte Eigenschaften zugeschrieben werden. Demgegenüber findet bei der Charakterisierung von „Eingeborenen“ das Umgekehrte statt: Ihnen werden vor allem gute Eigenschaften zugeschrieben. Hierin sehen die Autorinnen ein ernsthaftes Hindernis für eine „friedliche Koexistenz“ der Kulturen – weltweit.


Gazi Caglar:
Der Mythos vom Krieg der Zivilisationen.
Der Westen gegen den Rest der Welt.
Eine Replik auf Samuel P. Huntingtons Kampf der Kulturen.
Unrast, 190 Seiten | Preis: 14.00 Euro
edition assemblage Bestellnr.: U 414

Das Zivilisationsparadigma von S. P. Huntington und Bassam Tibi ist keineswegs so neu, wie es behauptet wird. Die geschichtstheoretischen Grundlagen dieses Paradigmas sind zu finden in den zyklischen Geschichtsphilosophien, deren Exponaten Oswald Spengler, Arnold Toynbee und Nikolaj Danilevskij im letzten und diesem Jahrhundert waren. Die geschichtsphilosophische Tradition dieser Denker, die politisch immer nur rechts bis rechtsaußen agierte, wird im ›neuen‹ Zivilisationsparadigma ohne Brüche aufgenommen und in einer Weise reformuliert, die terminologisch den Gepflogenheiten am Ende des 20. Jahrhunderts entspricht.


Susan Arndt / Nadja Ofuatey-Alazard (Hg.)
Wie Rassismus aus Wörtern spricht
(K)Erben des Kolonialismus im Wissensarchiv deutsche Sprache. Ein kritisches Nachschlagewerk.
Unrast, Hardcover, 786 Seiten. Preis: 29.80 Euro
edition-asssemblage Bestellnr.: U 501

Klappentext:
Entgegen vieler Auffassungen ist der Kolonialismus noch längst nicht Geschichte. Bis heute offenbart er sich als strukturell virulent. Kolonialistische Mythen bilden in diesem Zusammenhang nicht nur eine wichtige Grundlage rassistischen Denkens. Sie sind in weißen europäischen Wissensarchiven konserviert, durchziehen öffentliche Diskurse, finden sich in gesellschaftlichen Alltagspraxen und artikulieren sich im gängigen Sprachgebrauch. Das erkenntnisleitende Ziel des vorliegenden kritischen Sammelbandes besteht deshalb zum einen darin, deutschsprachige Kernbegriffe eines weißen westlichen Wissenssystems zur Diskussion zu stellen. Es gilt, das unmittelbare und latente Zusammenwirken von Kolonialismus und Rassismus, Wissen und Macht aufzuarbeiten. Andererseits wird die analytisch offen gelegt, was die dominante Sprache an rassistischen Tradierungen enthält, kontinuierlich reproduziert und oftmals durch Verleugnungsstrategien schützt. Diese werden durch begriffliche Interventionen und konzeptuelle Neuschreibungen, durch widerständige Benennungspraxen und postkoloniale Analysen von People of Color herausgefordert und gegengelesen. Diese Gleichzeitigkeit von unterschiedlichen Zugängen, Wissens- und Denkkonzepten spiegelt sich in der bewussten Komposition verschiedener Textformen wider. Die Genre- und Stimmenvielfalt des Buches vereint wissenschaftliche Analysen und Essays, Spoken Word Performances sowie satirische, literarische und lyrische Texte. Das vorliegende Nachschlagewerk erhebt nicht die Forderung einer administrativ betriebenen oder staatlichen Sprachpolitik. Seine Intention liegt vielmehr darin, über die Möglichkeit sprachlicher Bewusstmachungen das Bewusstsein selbst zu ändern, damit rassistisches und kolonialistisches Gedankengut als solches identifiziert werden kann, um ihm nachhaltig und bestimmt zu widersprechen.

Inhalt, Vorwort, Geleit (PDF)


Mutlu Ergün
Kara Günlük
Die geheimen Tagebücher des Sesperado
Unrast, 164 Seiten, 13.00 Euro
edition-asssemblage Bestellnr.: U 600

Klappentext:
Seit Noah Sows »Deutschland Schwarz-Weiß« und Fatih Çevikkollus & Sheila Mysorekar »Der Moslem-TÜV« ist es offiziell: Es darf über Rassismus gelacht werden. Mutlu Ergüns »Kara Günlük -Die geheimen Tagebücher des SESPERADO« schließt an diese Tradition an. »Kara Günlük« ist junge, freche politische Satire und bringt den deutschen Bildungsroman auf das nächste Level. In seinen Tagebüchern zählt Sesperado nicht nur die Tage bis zur R.O.C., der Revolution of Color, dem Tag an dem sich alle People of Color (P.O.C.) vereinen, er trägt, oft auch auf sehr komische Art und Weise, mit seinen Lyrical-Guerrilla-Strategien dazu bei, diesen Tag näher zu bringen. Im »Kara Günlük« erfahren wir zum Beispiel, was man alles auf die Frage »Wo kommst du heeeer« antworten kann und was passiert, wenn ein P.O.C.-Revolutionär zur Bundeswehrmusterung gerufen wird. Sesperados Familien- und Freundeskreis entblößt immer wieder die unfreiwillige Komik des Alltagsrassismus und stößt damit Angehörige der Mehrheitsgesellschaft immer wieder aus ihrer Privilegien-Kuschelecke. »Kara Günlük – Die geheimen Tagebücher des SESPERADO« ist eine amüsante Anleitung, wie man rebellieren kann und gleichzeitig Spaß dabei hat.

Linktipps zum Thema:
Islamophobia Watch
Documenting anti Muslim bigotry

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