Tobias Ernsing

Ich kann schlafen, wenn ich tot bin – work hard, stack checks.

Neoliberalismus im populären deutschsprachigen Gangsta-Rap

Taschenbuch | 140*205mm

96 Seiten | 9,80€

978-3-96042-013-2 | 2-973

Mai 2017

BESTELLEN COVER IN DRUCKQUALITÄT
Bild

Bushido, Sido und Kollegah: Gangsta-Rap wird meistens in Verbindung mit sexistischen Texten gebracht. Mit den neoliberalen Tendenzen und im Endeffekt herrschaftsstabilisierenden Texten wurde sich bis jetzt nur wenig auseinandergesetzt.

Gangsta-Rap kann als gutes Beispiel herangezogen werden, um aufzuzeigen, inwieweit sich neoliberales Denken im Alltag wiederfinden lässt. Das Buch beschäftigt sich mit der Reproduktion einer neoliberalen Ideologie in deutschsprachigen Gangsta-Rap-Texten. Hierfür wird eine qualitative Inhaltsanalyse von Texten der Rap-Acts Bushido, Sido und Kollegah durchgeführt. Es wird nachgewiesen, dass sich die neoliberale Ideologie im „gesunden Menschenverstand“ eingeprägt hat. Die Rapper präsentieren sich als neoliberale Subjekte, die marktkonform, selbstdiszipliniert, egoistisch, ichbezogen und selbstoptimierend handeln. Sie propagieren in ihren Texten die neoliberale Moral. Die Ergebnisse der Analyse sollen einen Beitrag für eine emanzipatorische kapitalismuskritische Bildungsarbeit in der Jugendarbeit, abseits der neoliberalen Leistungs- und Nutzmoral, leisten.

Der Autor:
Tobias Ernsing ist Sozialpädagoge in Berlin-Marzahn, macht selbst Musik und setzt sich mit verschiedenen Jugendkulturen auseinander.

Rezensionen:

„Tobias Ernsings Arbeit liefert aufschlussreiche Erkenntnisse, auch jenseits der Auseinandersetzung mit deutschem Gangsta-Rap, dessen neoliberaler Wertekanon wohl kaum als unabhängig von der Mehrheitsgesellschaft verstanden werden kann.“ (Junge Welt)

„Nicht nur die Analyse liest sich sehr gut, auch die ausführlichen Kapitel zur Geschichte des Rap und die des Neoliberalismus sind informativ und differenziert. Nach der Lektüre ist klar: Es fehlt den Rappern schlicht an Klassenbewusstsein.“ (Analyse und Kritik)

„Der Gangsta-Rap wird zum bissigen Schoßhündchen des Neoliberalismus. Das Problem dabei ist, dass er dabei so ein großes Identifikationspotenzial hat. Vor allem für Jugendliche aus unteren Klassen. Gerade deshalb ist es Ernsing sehr hoch anzurechnen, dass er den Blick auf die Kritische Soziale Arbeit mit Jugendlichen lenkt. Deren Aufgabe ist es, die Identifikation mit der Musik ernst zu nehmen und eine gemeinsame Übersetzungsarbeit in die tatsächlichen Verhältnisse zu unternehmen.“ (kritisch-lesen.de)

„Ernsing hält am emanzipatorischen Potenzial von Hip Hop fest, dass sich auch in der Jugendarbeit nutzen lässt.“ (konkret)

„Schnell wird anhand der ausgewählten Textfragmente klar, dass Rap in diesem Fall weniger eine Art „CNN der Schwarzen“ im Sinne Ice Cubes ist, als viel mehr eine knietief in Sozialchauvinismus (und nicht selten auch anderen Formen der Diskriminierung) watende Form von konformistischer Rebellion, die die Werte der Herrschenden affirmiert und dabei fleißig nach unten tritt – auch oder gerade wenn das bedeutet, das eigene Herkunftsmilieu zu dissen.“ (Trust)