Moritz Altenried

Aufstände, Rassismus und die Krise des Kapitalismus

England im Ausnahmezustand

Taschenbuch | 110*180mm

80 Seiten | 9,80€

978-3-942885-10-2 | 973

Februar 2012

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Der Ausnahmezustand in England im Sommer 2011 hat Fragen aufgeworfen, auf die bisher kaum überzeugende Antworten gefunden wurden. Die Versuche der Regierung, die Riots als „Kriminalität“ zu depolitisieren, wirken verzweifelt und bieten keine Erklärungen für die schwersten sozialen Unruhen seit mindestens 20 Jahren.
Das Buch interveniert in diese Debatte und arbeitet den politischen Charakter der Geschehnisse heraus.

Der Autor:
Moritz Altenried ist Politik- und Kulturwissenschaftler und lebt in London und Berlin. Seine Interessen und Forschungsschwerpunkte umfassen Cultural and Social Theory, insbesondere post-strukturalistische und post-koloniale Ansätze, Rassismus, (Bio-)Macht, Theorien der Differenz und Repräsentationskritik sowie Politische Ökonomie. Darüber hinaus ist er in bildungspolitischen und antikapitalistischen Zusammenhängen aktiv und in den Kämpfen gegen Kürzungen im Bildungs- und Sozialbereich in England engagiert.

Rezensionen | Medien
Rezension | Claudia Krieg im Freitag-Blog und bei drift in Leipzig (19.4.2012)
Rezension | Florian Schmid: Krawall und Diskurs in Der Freitag vom 29.2.2012

Es sind vor allem die politisierenden und über weite Teile überzeugenden Lesarten, die Altenrieds Buch interessant und zu einem notwendigen Korrektiv zum Mainstream der Reaktionen in Medien und Politik machen. (Steffen Liebig, kritisch-lesen.de)

Rezension | Steffen Liebig: Nichts als Kriminalität? – Die letzten Riots in England in kritisch-lesen.de Ausgabe 19: Facetten der Krisenproteste vom 3.7.2012

Die durchweg gelungene und immer an empirischen Fakten orientierte Analyse wird auf der Ebene der Theorie durch den Rückgriff auf Giorgio Agambens Begriff des »Ausnahmezustands«, der den meisten parlamentarischen Demokratien innewohnt, ergänzt. Die Aufstände machten diesen Ausnahmezustand sichtbar, indem sie die Logik politischer repräsentation negieren. Gleichzeitig ist die politische Wirksamkeit dieser Negation begrenzt, wie auch Altenried feststellt. An den Kürzungsplänen der Regierung, der weiteren Militarisierung der Londoner Polizei vor den Olympischen Spielen oder den eklatanten Wohlstandsunterschieden innerhalb englischer Städte haben die Riots nichts geändert. Wer die Riots in all ihrer Widersprüchlichkeit verstehen will, der findet in diesem Buch einen ganz hervorragenden Einstieg.

Rezension von Christian Wertschulte, TESTCARD #22 S. 260

Das Buch zeichnet sich durch den Wechsel der Darstellung der Ereignisse an den vier Tagen und deren Analyse aus. Es verdeutlicht die Problemstellung aktueller Kämpfe um Selbstbestimmung, die zwischen Umarmung und Selbstorganistion, Aneignung und politischer Integration schwanken. Es zeigt: Die Krise der Repräsentation ist auch eine Krise der Linken.

Rezension von JANA KRTEK in ZAK Ausgabe 62/2012