bis zum 8. 6. | Münster: Geiststraße 98 “Meine Familie, mein Glück, meine Hölle?!”

Eine interaktive Ausstellung zum Thema Häusliche Gewalt

Ich stehe in der Wohnung einer befreudeten Familie, im Wohnzimmer eines Kollegen, der eine “glückliche Beziehung” führt. Der Gasgeber ist “kurz raus”, muss noch etwas besorgen, sorgt sich, warum “sie”  und die Tochter noch nicht zurück sind. Auf dem Anrufbeantworter leuchten vier neue Nachrichten. Würde ich in dieser Situation den Anrufbeantworter abhören. Nein. Niemals käme man auf diese Idee. Oder? Ich biete mich an, im Kinderzimmer eine Glühbirne zu wechseln. Würde ich einen Blick ins Tagebuch von Lena werfen. “So ein Quatsch”!  – In der „Geiststraße 98“ ist das anders. Die beschriebene Situation ist hier eine Ausstellung. Ich kann Schränke aufmachen, in Regalen stöbern und eben auch den Anrufbeantworter abhören oder fremde Tagebücher lesen.

“Mit wem triffst du dich?” – “Warum willst du arbeiten?”  – “Leg die Geldkarte zurück.” …   Im “realen Leben” werden gerade alltägliche Erpressungen, psychischer Druck, sexualisierte Gewalt oder das Ausspielen ökonomischer Macht häufig genug nur erahnt. Wirklich in den Blick genommen werden diese Alltäglichkeiten nur selten.

Noch bis zum 8. Juni 2011 gibt es in Münster  „Geiststraße 98“ die Gelegenheit auch unter den Teppich der eigenen Alltäglichkeit im Umgang mit häuslicher Gewalt und vermeintlich “subtiler” Gewalt in Beziehungen zu schauen.

Diese Ausstellung ist im wahren Sinn des Wortes überzeugend. Wie intensiv diese Überzeugung funktioniert, dass haben die Besucher*innen hier -  wie im wirklich interaktiven Leben – selbst in der Hand.

 

 

 

 

 

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