27.8. – Schon wieder: Rassist_innen in Münster stoppen!

[emanzipatorische antifa münster]

Diesmal „Pro Deutschland“

Die rassistische Partei „Pro Deutschland“ hat für Dienstag, den 27. August 2013 in Münster Kundgebungen vor der Moschee der Islamischen Gemeinschaft Münster e. V. und vor dem linken Infoladen „krachtz“ und damit auch vor dem direkt darüber liegenden „Don Quijote“ angemeldet. Obwohl „Pro Deutschland“ wie „Pro NRW“, „Pro Köln“ und andere (im Folgenden: „Pros“) keine expliziten Neonazis sind, gibt es doch viele personelle Überschneidungen mit Neonaziorganisationen und sie sind als eindeutig rechts und rassistisch einzuordnen. Ihr Schwerpunkt liegt hierbei auf der Hetze gegen vermeintliche und tatsächliche Muslime.

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Wie auch in den letzten Jahren finden die Kundgebungen im Rahmen einer Wahlkampftour in verschiedenen Orten statt. War es 2012 eine Moschee in Münster-Hiltrup, so ist diesmal eine muslimische Gemeinde im Norden der Stadt betroffen. Das Konzept der „Pros“ ist hierbei nicht eine öffentlichkeitswirksame Veranstaltung, in welcher Inhalte transportiert werden. Es geht ihnen vielmehr darum im Vorfeld und Nachgang der Veranstaltungen durch die eigene Skandalisierung möglichst viel Erwähnung in den Medien zu bekommen und somit Öffentlichkeit zu schaffen, um sich aus der wahlpolitischen Bedeutungslosigkeit herauszupupsen. Um das Spektrum derjenigen zu erweitern, die sich gegen rassistische Hetze vor ihren Räumlichkeiten wehren und somit zu dem Wahlkampfkonzept ungewollt beitragen, trifft es in diesem Jahr auch flächendeckend linke Läden und Autonome Zentren. In nahezu jeder Stadt, welche die „Pros“ besuchen stehen eine Moschee und ein linker Laden auf der Liste.

Wie damit umgehen?

Um dieses Konzept der Öffentlichkeitswirksamkeit ad absurdum zu führen, könnte eine Möglichkeit sein die „Pros“ einfach zu ignorieren und sie stillschweigend machen zu lassen. Keine Aufmerksamkeit, gescheitertes Konzept der „Pros“, so soll das sein – könnte man meinen. Aber es geht bei öffentlichem Widerstand um mehr.

Rassismus benennen: Rassismus jeglicher Couleur muss benannt werden. Sei es die NPD, die „Alternative für Deutschland“, die Identitäre Bewegung oder eine Pro-Organisation. Aber auch institutioneller Rassismus, Abschiebungen oder parteipolitische rassistische Hetze gegen Migrant_innen aus Rumänien wie von Innenminister Friedrich. Das Benennen von Rassismus gehört zu dem wichtigen öffentlichen Diskurs über Menschenverachtende Einstellungen. Schweigen ist feige. Rassistische Hetze ist immer gefährlich.

Solidarität gegen Rassismus: Zahllose Beispiele zeigen, dass es oftmals keine gesellschaftliche Solidarität gegen Rassismus gibt. Vielleicht auch wegen den eigenen gesamtgesellschaftlichen rassistischen Denkmustern. Solidarität gegen rassistische Ausgrenzung zeigen ist am Dienstag notwendig!

Öffentliche Räume aktiv gestalten: Wenn Rassist_innen sich öffentlichen Raum nehmen wollen, dann liegt es an uns, ihnen diesen nicht zu geben. Darüber hinaus müssen wir aber auch aktiv ein solidarisches, diskriminierungsfreies Miteinander gestalten, linke Läden sind ein Versuch.

Rassist_innen schlechte Erfahrungen bereiten: Je frustrierender die eigene Kundgebung wird, desto weniger erfolgreich wird diese durch die Teilnehmer_innen wahrgenommen, insbesondere wenn ihnen die eigene Ohnmacht demonstriert wird. Als Beispiel lässt sich wunderbar die NPD-Kundgebung in Münster im August 2013 anführen. Dort wurde die NPD durchgehend durch Gegenproteste übertönt und durch die Zivilgesellschaft 3 Stunden an ihrer Abreise gehindert. Die Neonazis waren sichtbar genervt, was unter anderem an einem Facebookeintrag des Anwesenden NPD-Kaders Holger Apfel erkennbar war: „Ich bin jetzt seit 24 Jahren dabei und einiges […] gewohnt, […] aber das heute Erlebte stellt Vieles in den Schatten.“

Linke Läden verteidigen: Auch ist die Kundgebung von den „Pros“ als Angriff auf linke Läden zu verstehen. Das lassen wir uns nicht bieten. Unsere Solidarität gegen eure Hetze!

Kommt vorbei! Macht mit!

Das „krachtz“ und das „Don Quijote“ haben am Montagabend Dienstag ganztägig geöffnet und laden alle herzlich ein vorbeizukommen. Als gemeinsamer Treff- und Infopunkt scheint uns dies angemessen. Es wird lecker Essen und nette Gesellschaft geben.

In diesem Sinne hoffen wir auf breite, solidarische Gegenproteste vor der Islamischen Gemeinde und dem „krachtz“ und in allen anderen Städten, die „Pro Deutschland“ heimsucht.

Rassist_innen stoppen! Erst die NPD – jetzt „Pro Deutschland“!

Linke Alternativen stärken!

[emanzipatorische antifa münster]

 

Aktuelle Informationen auf Twitter:

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